Wenn im „Kongo“ die Friedenspfeife raucht

Wenn im „Kongo“ die Friedenspfeife raucht

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Grünmettstetter „Kongo“-Bewohner (von links): Guido Wehle, Anton „Done“ Schetter beim kräftigen Ziehen an der Friedenspfeife, Thomas Appenzeller, Jürgen Heiberger und Martin Schetter.Bild: Kuball

 

Damals, Ende der 70er-Jahre, war es nicht nur in Grünmettstetten in Mode gekommen, Straßenfestle zu organisieren. Weil ein Teil des Fleckens im Volksmund einfach nur der „Kongo“ hieß, wurde sodann die Idee geboren, jährlich ein „Kongo-Fest“ eben dort zu veranstalten. Dies auch deshalb, weil Metzgermeister Anton „Done“ Schetter zuvor an der Fasnet zum „Kongo-Häuptling“ ernannt wurde. Schetter und seine alten Freunde hoben also damals das „Kongo-Fest“ aus der Taufe und hatten eine Idee. „Wir machen dieses Fest so lange, bis wir so viel Geld beisammen haben, dass wir uns einen Storchen-Brunnen im Grünmettstetter Kongo aufstellen können“, waren sich die Gründer-Väter einig. Storchenbrunnen deshalb, weil Meister Adebar der Wappenvogel der Grünmettstetter ist.

Zwölf Jahre lang wurde jährlich im großen Schetter-Schuppen das „Kongo-Fest“ gefeiert, das aber vornehmlich ein Insidertipp geblieben ist. Und dies, obwohl es schon damals Tanzauftritte in zünftigen Baströckchen und drumherum viel Ugawagauga gegeben hat, wie sich etwa der heutige Grünmettstetter Ortsvorsteher Karl Kocheise noch gerne erinnert. Kocheise war es auch vor Jahren, der sogar eigens für dieses Kult-Festle ein „Kongo-Lied“ komponiert hat. Nachdem der Brunnen schließlich da war, schlief auch das Fest ein. Aber Grünmettstetten hat bekanntlich eine genau so aktive wie traditionsbewusste Jugend und so kamen Kassier Guido Wehle, Thomas Appenzeller, Martin Schetter („Dones“ Sohn) und Jürgen Heiberger auf die Idee, dieses Festle wieder aufleben zu lassen.

Auch am Samstag wurde wieder eine Original-Kongo-Fahne vor die Schetter-Doppelgarage gehängt, Speere waren vorhanden und die obligatorische Friedenspfeife durfte natürlich auch nicht fehlen. Es läuft ein Ideen-Wettbewerb, auf welches Ziel hin zugearbeitet werden soll. Einigen schwebt vor, etwas für den Bolzplatz zu schaffen, andere wiederum denken, etwas anzusparen für die zu erwartende Dorfsanierung im „Kongo“.

Man wird sehen, wie man sich letztlich entscheidet. Geboten war jedenfalls so einiges und die Leute und vor allem die Kinder strömten in Scharen zum „Kongo-Fest“ herbei. Während des Hasenlaufs, für dessen Sieger Robert Wössner einen lebendigen Hasen gestiftet hatte und den hinterher Leon Neuss sein Eigen nennen durfte, wurde eine legendäre 50er-Kreidler-Florett aus dem Schuppen geholt. So lange sie knatterte, mussten die Kinder nebst Eltern im Kreise herum laufen. Für die ältere Generation stand hernach ein Schinken-Schätzen auf dem Programm. Auf die Baströckchen und das Ugawagauga musste heuer jedoch wegen der klammen Temperaturen verzichtet werden – der Stimmung freilich tat dies keinen Abbruch.

Quelle: Willy Bernhardt www.neckar-chronik.de

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