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§ 26 Von den örtlichen Vereinen

  1. Von den kirchlichen Vereinen und Bruderschaften abgesehen, hat der Krieqerverein, früher auch Militärverein genannt, das höchste Alter erreicht. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1878. Die ersten Mitglieder waren die Kriegsteilnehmer des Krieges 1870/71, später schlössen sich jeweils die, die ihre Militärzeit hinter sich hatten, an. Vorstand des Vereins waren: Karl Besenfelder, Oswald Walz (der heutige Dorfälteste). Georg Steimle, Eugen Kaupp und als letzter Anton Singer bis zum Jahre 1945. Die französische Besatzungsmacht hat alle militärischen Vereinigungen verboten. Am Ostermontag 1879 war hier die Fahnenweihe des Kriegervereins unter zahlreicher Beteiligung der benachbarten Vereine. Festredner war der Abgeordnete Nußbaumer. Die Vereinsfahne wurde von Osiander – Ravensburg um 190 Mark gefertigt. Bei dieser Feier, die auf dem Platz, wo heute das Haus von Georg Maier steht, abgehalten wurde, hat es noch Schnee gehabt, wie die lebende Dorfchronik, Oswald Walz, dem Verfasser erzählte. Im Sommer 1903 fand auf einer Wiese am Bittelbronner Weg das 25-jährige Jubiläum des Vereins statt mit “Festjungfrauen” und Festessen im Hirsch. 28 auswärtige Vereine beteiligten sich dabei. Die Festrede hielt Geometer Schotter. Der Kirchenchor fand mit seinen Chorliedern allgemeinen Beifall. “Groß war der Durst – schreibt Pfarrer Aicher in der Pfarrchronik – und zahlreich waren die “Fahnen”. Wegen der Festjungfern kam es im hiesigen Militärverein zu einer Spaltung zwischen den Jungen und den Alten.
  2. Schützenverein
    Die oben erwähnten Differenzen im Kriegerverein dürften auch dazu beigetragen haben, daß vor allem die Jüngeren nach einem “Schützenverein” verlangten. Die Vereinsgründung muß wohl in aller Stille vorgegangen sein, denn am Sonntag vor Weihnachten 1905 hat der Ortspfarrer Aicher erst davon Kenntnis erhalten. Am Stefanstag 1905 nahm der Pfarrer von der Kanzel aus Stellung zu der Vereinsgründung und warnte seine Gemeinde davor: erstens, weil durch das Schießen am Sonntag die Sonntagsstille und -ruhe gestört werde, zweitens weil der Verein viel Geld kostet und drittens, weil in einem so kleinen Orte neben dem längst bestehenden Militärverein es nicht gut tut, diesen lahmlegt und Zwist und Uneinigkeit in die Gemeinde trägt. Ob die Befürchtungen eintreffen, wird die Zukunft lehren: jedenfalls aber würde – so wurde betont- seinerzeit eine Vereinsfahne nicht kirchlich geweiht werden,”da der ganze Verein lediglich dem Vergnügen dient und eines idealen Zweckes entbehrt”. Die ersten Vorstände des Vereins waren Wilhelm Schäfer und Martin Dettling. Auch der Schützenverein fand mit dem Zusammenbruch 1945 unter der Vorstandschaft von Josef Stehle sein Ende. Das Schützenhaus wurde, um es vor den Franzosen zu retten, von Pfarrer Heinzmann beim Schwesternhaus als Sommerlaube für die Kinder aufgestellt, später aber. nachdem der Verein “Hubertus” neu erstand, dem Verein wieder zurückgegeben. Heutiger Vorstand der Schützengilde ist Lorenz Steimle, Schreiner. Im kommenden Jahr kann der Verein sein 60-jähriges Bestehen feiern.
  3. Gesangverein “Eintracht”
    Der Männergesangverein hat hintereinander 2 Jubiläen gefeiert:
    Im Jahre 1952 sein 25- und 1956 sein 30-jähriges Bestehen. Die Geburtsstunde des Vereins schlug im Jahre 1926, als Lehrer Bregenzer Dirigent der Sängerabteilung des Kriegervereins war und die Sänger einen eigenen Verein und Selbständigkeit forderten. Erster Vorstand und heutiger Ehrenvorstand war Martin Schäfer, der heute noch aktiv im Gesangverein sowie im Kirchenchor ist. Das 30-jährige Jubiläum leitete der neue Vorstand Johann Schäfer, ebenfalls einer der Mitbegründer des Vereins. Seit dieser Zeit ist dem Gesangverein ein Frauenchor angegliedert, sodaß meist nur gemischte Chöre zum Vortrag kommen. Zur Zeit leitet Malermeister Fridolin Appenzeller den Verein.
  4. Spar- und Darlehenskassenverein
    Auch die Spar- und Darlehenskasse konnte im Jahre 1962 jubilieren:
    sie bestand 75 Jahre. Gegründet wurde der Verein 1887. Vorstandsvorsitzende waren:
    Reinhold Schäfer. Thomas Kostenbäder, Josef Steimle, Martin Schäfer (beim Rathaus), nunmehr Johann Saier, Weißgässle.
    Rechner war lange Jahre Anton Jung. Bürgermeister, und nunmehr Ludwig Wehle. Vor Jahren kaufte die Darlehenskasse die eingegangene “Linde” und richtete dort ihr Warenlager ein.
  5. Die Belange der Landwirte vertreten die Milchverwertungsgenossenschaft sowie der Viehversicherungsverein.
    Die erstere wurde 1934 gegründet mit 94 Mitgliedern, zur Zeit sind es 84 Mitglieder. Verschiedene landwirtschaftliche Betriebe sind eingestellt worden. Vorstände waren: Johann Schäfer. Franz Wössner. Jakob Zimmermann, heutiger Vorstand ist Konrad Kaupp.
  6. Der Viehversicherungsverein will die Verwertung von Notschlachtungen sicherstellen sowie den einzelnen bei Unglück im Stall finanzielle Hilfe leisten. Der Verein wurde im Jahre 1936 vom ersten Vorstand Wilhelm Neff gegründet.
  7. Als letzter und neuester Verein soll der Sportverein “FC Grünmettstetten”, 1958 ins Leben gerufen, genannt sein. Gründer und erster Vorstand bis 1963 war Schmiedemeister Gaiser. Jetziger Vorstand. Horst Schweizer. Trotz großer Anstrengung gelang es dem Verein bisher nicht, das Schlußlicht einem ändern Verein anzuhängen.
  8. Kath. Landjugendgruppe
    1953 herausgewachsen aus der Pfarrjugend hat verschiedene ländliche Seminare, auch ein Eheseminar, durchgeführt weiß sich für christliches Brauchtum verpflichtet (Erster Mai-Feier, Landmaschinensegnungen. Erntedankfest). Ein Höhepunkt war die Begegnung mit 25 jungen Ägyptern, die zu einem Heimatabend hier weilten.