Notizen aus dem Grünmettstetter Ortschaftsrat

Notizen aus dem Grünmettstetter Ortschaftsrat

Geschäftsstelle: Die im Zusammenhang mit der Aufgabenverlagerung in die Horber Zentralverwaltung in diesem Jahr im Stadtgebiet diskutierte Reduzierung der Öffnungszeiten der Geschäftsstellen macht vor Grünmettstetten nicht halt. Ortsvorsteher Karl Kocheise wies im Ortschaftsrat am Donnerstag daraufhin, dass es in anderen Teilorten schon teilweise geschehen sei. Er schlug nach Absprache mit Marianne Dettling von der Geschäftsstelle vor, das Rathaus am Freitag geschlossen zu lassen. Weiterhin ist von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 11 Uhr geöffnet. In zwei Jahren wird Dettling in Rente gehen. Wenn es dann erst geschehe, treffe es alle umso härter, so Kocheise. August Kreidler fehlte die Einsicht fürs Zurückstecken: „Es genügt in zwei Jahren.“ Dietmar Singer unterstützte dagegen Kocheises Argumente: Man müsse die Bürger daran gewöhnen, bevor es in zwei Jahren sicherlich noch ganz andere, „deutlichere Veränderungen“ gebe. Rodolfo E. Panetta meinte auch, dass Sparen nun mal Thema sei. Mit dem Nein von Kreidler beschloss der Rat, ab 1. Januar die Öffnungszeiten zu reduzieren.

Vereinsfördermittel: Von den 400 Euro Vereinsfördermitteln 2004 gehen wie bisher 100 Euro hälftig an die Abteilungswehr für die Aufstellung des Maibaumes und die Vereine, die den Fasnetsumzug ausrichten. Entsprechend dem Usus der vergangenen Jahre, das weitere Geld so zu verteilen, dass jeder Verein oder jede Gruppierung im Grunde einmal zum Zug kommt, diskutierte der Rat am Donnerstag ausführliche über die diesmalige Verwendung. Ortsvorsteher Karl Kocheise hatte zuvor detailliert aufgezählt, wer in den vergangenen Jahren bedacht wurde. Dietmar Singer empfahl, die Sport treibenden Vereine und/oder Vereine, die sich in der Jugendarbeit engagieren. Michael Wehle machte sich für die Verwendung für den, auch mit vielen Unterschriften der Bürger angestrebten Bolzplatz stark. Kocheise riet noch, das Geld über den in dieses Projekt eingebundenen FC zweckgebunden weiterzugeben. Einstimmig geht es jetzt ohne Umweg an das Areal im Gewann „Untere Wiesen“. Vom Landratsamt als Unterer Naturschutzbehörde ist nämlich nach einem ablehnenden Bescheid zwischenzeitlich die Nutzung der für einen Bolzplatz gewünschten Grundstücke im Landschaftsschutzgebiet in Aussicht gestellt worden!

Vereinssaal: Michael Wehle bat, die 300 Euro der Vereinsfördermittel 2003 für die geplante Belüftungsanlage zu überweisen. Ein Angebot ergab Kosten von 24000 Euro, da die eingesaugte Luft erwärmt werden müsse, bevor sie in den Saal eingebracht werde. Nach Bittelbronner Gepflogenheiten bat er, die Grünmettstetter mögen doch für eine Spende ebenso in die eigene Tasche greifen.

Alter Sportplatz: Der ehemalige Sportplatz im Gemeindebesitz braucht einen neuen Pächter. Der Bisherige, der vor etwa 15 Jahren die Fläche zum Go-Kart-Training übernahm, hat kein Interesse mehr. Der Rat einigte sich unisono, den 60 Ar-Platz im Gemeindeblatt anzubieten. Vorgabe bleibt auch für den Nachfolger, einmal im Jahr zu mähen. Vielleicht übernehme einer der Besitzer der Holzstapel auf dem Platz die Fläche. Bürger Berthold Kreidler wies auf die zweckfremde Nutzung als Auffüllplatz hin, von der im Rat nichts bekannt ist.

Verkehrsschau: Für drei der vier Anträge von Rat oder Bürgern sah die Schau „keine Notwendigkeit“, informierte Ortsvorsteher Kocheise. Die zwei Hinweisschilder auf Schulkinder auf dem Weg zur Schule beim Killbergweg seien gerechtfertigt, hieß es von der Schau. Das gelbe LKW-Hinweis für die Fahrtrichtung, das die Fahrzeuge aus Altheim geradeaus nach Waldachtal/Tumlingen schickt, weiter in die Ortsmitte zu versetzen, wird nicht für sinnvoll erachtet. Man hoffte seitens des Orts, damit die Fahrten über die Strecke in der Kapellenstraße mit der Haarnadelkurve in den Griff zu bekommen; es gab dadurch immer wieder Beschädigungen. Keine Notwendigkeit befand die Schau für den Vorschlag eines Bürgers, das Tempo 70-Schild etwa 200 Meter vor das Ortsschild Richtung Bittelbronn zu platzieren. Ebenso war es bei einem Bürgerantrag für Tempo 70 vor dem Ortseingang gen Tumlingen. Hier riet die Schau, mittels Stadtsheriff die Tempo 50 gleich im Ort zu kontrollieren.

Appenzeller-Grabstein: Zu den „schönen Grabsteinen“ (Kocheise) auf dem Grabsteinfeld vor der Leichenhalle wird im Frühjahr ein weiterer dazu kommen. Eine Familie aus Altheim bat um Übernahme, die für Grünmettstetten kostenlos vonstatten gehen wird. Der Ortschaftsrat war einstimmig dafür. Denn es handelt sich um kein geringeres Werk als eines des bekannten Künstlers Alfred Appenzeller. Der etwa 40 Jahre alte Stein sei „künstlerisch wertvoll“ und so eine Ausnahme von der Gepflogenheit, nur Steinen von hiesigem Grund Platz zu bieten.

Naturpark Schwarzwald Nord: Über das Wege- und Markierungskonzept samt Kartierung – zum Zwecke der Stärkung des Parks – beugten sich am Donnerstag die Ortschaftsräte. Es wurden sehr viele Wege in Grünmettstetten aufgenommen, informierte Kocheise. Durch die Flurneuordnung seien einige Wege neu erschlossen worden. Gegen das Konzept hatte der Rat keinerlei Bedenken.

Wiesenbärenklau: Der immer wieder im Landkreis entdeckte riesige Bärenklau hat auch auf dem Areal des alten Schuttplatzes Einzug gehalten. Das Landratsamt als Untere Naturschutzbehörde schrieb einige Landwirte an, auf deren Flächen solche unliebsamen Gewächse gesichtet wurden. Auf dem Schuttabladeplatz wird der Bauhof alles niedermähen. Was wohl schon geschehen wäre, hätte der Ort es im selben Zug wie die Bauern erfahren. Erschreckend war, dass allein eine Pflanze 25000 Samen bildet.

Seehaus: Für das Gasthaus „Linda‘s Route 66“ (ehemals Gasthaus „Löwen“) an der Straße von Horb nach Schopfloch stimmte der Rat zwei Hinweistafeln zu. Ein Schild wird in der Nähe des Bahnübergangs installiert, das zweite bei der Einfahrt zum See.

Quelle: gaw, www.neckar-chronik.de, 4.12.2004

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