Mit Jagdhorn und Feuerwerk

Mit Jagdhorn und Feuerwerk

Grünmettstettens Schützenverein wurde am Wochenende 100

 

GRÜNMETTSTETTEN (ckw). Mit einem großen Feuerwerk und Jagdhörnern feierte der Grünmettstetter Schützenverein „Hubertus 05“ am Wochenende sein Jubiläum. Tradition und Fortschritt müssen vereint werden, fordert Josef Appenzeller, langjähriger Oberschützenmeister des Vereins.

Eine funkelnd glühende 100 prangte auf dem nahegelegenen Fußballfeld. Die Zuschauer, die vom Festplatz beim Schützenhaus das Feuerwerk beobachteten, bekamen ein würdiges Spektakel am Samstagabend geboten. So galt der frenetische Beifall am Ende nicht nur für der professionellen Lichterschau, sondern zugleich auch der Anerkennung des 100jährigen Bestehens des Traditionsvereins. In diesem Kontext findet der Wunsch einiger jüngerer Festgäste nach dem Feuerwerk nach einer Zugabe im weiteren Fortbestehen der Schützen seine Entsprechung.

Gerade die Jugend prägte schon bei der Gründung des Vereins 1905 das Geschehen. Im Streit um Festjungfern gründete sich der Schützenverein „Hubertus 05“ zunächst als Randgruppe des Militärvereins. Bei der Totenehrung am Samstagabend sagte der langjährige Oberschützenmeister Josef Appenzeller: „Zwei Weltkriege hat der Verein überlebt. Das anvertraute Erbe der verstorbenen Mitglieder gilt es zu bewahren.“ In der Vereinigung von Tradition und Fortschritt sieht Appenzeller die größte Herausforderung der Zukunft. Dem sieht Jugendleiter Kai Kocheise gespannt entgegen. Mit Stolz sagt er: „Wir können in der Jugend derzeit locker auf Landesebene mithalten, so viele gute Jugendliche hatten wir noch nie.“ Langfristig seien Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften im Visier.

Dafür hat man in den letzten Jahren ordentlich investiert: Hochmoderne, computergesteuerte Schießstände berechnen mit präziser Genauigkeit die Schießleistungen im Training. Direkt daneben wurde zum Jubiläum das Festzelt platziert. Am Freitagabend unterhielt die Coverband „Point“ mit fetziger Unterhaltungsmusik und bekannten Stimmungstiteln das bunt gemischte Publikum. Oberschützenmeister Herbert Gaiser musste gestehen, dass er sich schon ein paar mehr Besucher erhofft hätte.

Dafür war die Hubertusmesse am Samstagabend in der Pfarrkirche St. Konrad sehr gut besucht. Die Jagdhornbläser vom Schloss Weitenburg waren mit ihren Parforce-Hörnern dabei nicht nur musikalische Umrahmung, sondern fester Bestandteil des Gottesdienstes. Die Hubertusmesse besteht aus Melodien, die 200 Jahre alt sind. Nach mündlicher Überlieferung werden die Bestandteile wie Gloria und Kyrie im improvisierten Satz vorgetragen. Unter der Leitung von Walter Löw spielten auf den Naturwaldhörner Eugen Knupfer, Manfred Lohmiller, Karl Platz, Alexander Köninger und Werner Kocheise.

In seiner Ansprache verwies Pfarrer Alois Hönle auf die historische Aufgabe der Schützenvereine, das Volk zu schützen. Ein Angriff sei noch nie Ziel der Schützen gewesen. Die Sensibilität gegenüber militärischem und paramilitärischem sei in der heutigen Zeit gewachsen. Hönle: „Man muss aber den sozialen Aspekt der Schützenvereine berücksichtigen.“ Die Lebenswelt sportlicher Geist und Gemeinschaft verglich Hönle mit der Lebenswelt Gottes und zog Parallelen: „Du musst beim Schießen ein Ziel vor Augen haben, klar und deutlich, genau wie im Christentum.“ Dort sei das Augenmerk auf ein Dasein bei Gott gerichtet. Zudem sei ein besonderer und behutsamer Umgang mit dem Gewehr nötig sowie Konzentration und ein fester Stand. Die Besonnenheit schlage sich im Leben mit Vorsicht und Rücksicht im Umgang mit sich selbst und den Menschen nieder. Der unverzichtbare Zusammenhalt bei den Schützen sei auch als Gemeinschaftsgeist in der christlichen Gemeinde geboten. Zur Totenehrung im Anschluss wurde Salut geschossen. Oberschützenmeister Herbert Gaiser und Schützenmeister Thomas Appenzeller legten einen Kranz an der Gedenkstätte an der Südseite der Kirche nieder. Anschließend ging es hoch zum Festplatz beim Schützenhaus, wo das „Duo Piccolo“ bis spät abends unterhielt. Am Sonntagmorgen spielte der Musikverein „Harmonie“ Grünmettstetten unter ihrem Dirigenten Ulrich Schnaidt zum Frühschoppen mit anschließendem Mittagessen auf.

Quelle: Christian Klein-Wiele, 24.7.05

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