Jugendwehren sind Zukunftskapital

Jugendwehren sind Zukunftskapital

Grünmettstetter Jungwehr feierte am Wochenende 10jähriges Jubiläum

   

GRÜNMETTSTETTEN (ckw). Jubiläum für die Grünmettstetter Jugendfeuerwehr: Beim Festakt zum 10jährigen nahm die Kreisjugendfeuerwehr einen neuen Anhänger in Empfang. Darauf sind in Grünmettstetten ab sofort zentral die Geräte aller Kreisjugendwehren gelagert.

Pünktlich um 14 Uhr heulte in Grünmettstetten am Samstag die Sirene. Kurz darauf ertönten die Martinshörner von Fahrzeugen der Jugendwehren aus Rexingen, Talheim, Dettlingen und Grünmettstetten. Brandobjekt war der Dachstuhl der St. Konradkirche in Grünmettstetten. Die örtliche Jugendfeuerwehr aus Grünmettstetten baute die Wasserversorgung vom Aschenberg kommend auf und sicherte die Hauptstraße. Die jungen Feuerwehrleute aus Obertalheim bekämpften das Feuer an der Ostseite, die Dettlinger und die Rexinger Jugendwehr sicherten den nördlichen Teil und die Jugendabteilung aus Untertalheim kümmerte sich um die Westseite. Ehrenkommandant Joseph Wößner lobte in seiner Manöverkritik die Vorgehensweise der Jugendwehren: „Bis auf Kleinigkeiten war das eine Spitzenleistung.“ Durch Fehler solle man sich nicht entmutigen lassen, denn: „Das passiert auch bei den Alten.“ Es sei in der heutigen Gesellschaft nicht selbstverständlich, einen Dienst für die Allgemeinheit zu tun und man könne stolz auf das gezeigte Engagement sein. Zur Stärkung kamen die Jugendwehren aus dem Kreis Freudenstadt danach ins Festzelt beim Feuerwehrmagazin.

Abends heizten die Coverrockbands „Soma“ und „Mystery“ ein. Es hätten ein paar Besucher mehr sein können, aber die Stimmung vor der Bühne war trotzdem sehr gut.

Am Sonntagmorgen war Festakt mit der Übergabe des Kreisjugendfeuerwehranhängers. Auf ihm werden in Zukunft die Geräte der Jugendfeuerwehren zentral in Grünmettstetten deponiert. „Die Investition seitens des Kreisfeuerwehrverbandes war sehr wichtig“, erklärte Siegfried Beilharz, Vorsitzender der Kreisfeuerwehr. Jetzt könne man die Geräte der Kreisjugendwehr besser überblicken und wisse ganz genau, wo sie stünden. Bis dato sei alles auf die verschiedenen Ortswehren verteilt gewesen. Beilharz übergab gemeinsam mit Doris Schatz, Kassiererin der Kreisjugendwehr, den Anhänger. Grünmettstettens Ortsvorsteher Karl Kocheise betonte, die Jugendwehren seien gewissermaßen das Zukunftskapital der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) im Kreis. Kocheise: „Das ist unabhängig von der zukünftigen Organisationsstruktur der Feuerwehr“. Peter Kreidler, Kommandant der Grünmettstetter FFW, sagte: „Ich bin froh, dass wir vor zehn Jahren die Jugendfeuerwehr initiiert haben. Einige Jugendliche sind bereits in der aktiven Wehr.“ Die Jungfeuerwehrleute könnten anderen Jugendlichen zudem ein Vorbild sein, Engagement in Grünmettstetten bei der Feuerwehr zu zeigen. Mit dem Festverlauf war Kreidler zufrieden, lediglich am Samstagabend hätte mehr los sein können. Landrat Peter Dombrowsky und Landtagsabgeordnete Dr. Carmina Brenner betonten die Notwendigkeit von Jugendfeuerwehren. Dombrowsky sprach die schwierige Finanzlage der öffentlichen Hand an. Die Jugendlichen seien äußerst wichtig für den Fortbestand der Feuerwehr, ob örtlich oder anders organisiert. Stadtbrandmeister Hartmut Christinger sagte, dass eine Feuerwehr ohne Nachwuchsarbeit heute nicht mehr bestehen könne.

Grünmettstettens Jugendwart Christian Kasten übergab sein Amt an Christoph Maier. Kasten ließ zum Jubiläum die 10jährige Geschichte Revue passieren. Kasten ist zugleich Schriftführer der Kreisjugendfeuerwehr, Maier leitet die Wettbewerbe. Sie machten sich für die Unterbringung des Anhängers in Grünmettstetten stark, die zentrale Lage des Dorfes im Kreis spielte dabei ebenfalls eine Rolle. Kasten sagte, dass die Jugendfeuerwehr mehr als purer Nachwuchslieferant der Feuerwehren sei: „Die Jugendfeuerwehr vermittelt demokratische Werte und soziales Denken. Nur in der Gruppe ist eine Feuerwehr stark.“ Durch Jugendwehren könne man im Informationszeitalter Jugendliche in die Gesellschaft integrieren und Kommunikationsprobleme abbauen.

Quelle: Christian Klein-Wiele, 10.10.2004

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