Grünmettstetten soll am Ball bleiben

Grünmettstetten soll am Ball bleiben

Neu im Horber Gemeinderat (13): Karl Kocheise (CDU)

GRÜNMETTSTETTEN (la). Mit 2919 Stimmen hat der neue CDU-Gemeinderat ein Wahlergebnis erreicht, das ihn selbst überrascht hat. Dieses Wählervotum ist für ihn zum einen Verpflichtung, sich als Gemeinderat voll und ganz für die Stadt einzusetzen. Zum anderen ist das Wahlergebnis auch ein Gradmesser für die Wertschätzung seiner bisher geleisteten Arbeit als Ortsvorsteher.

Karl_Kocheise

Karl Kocheise Archivbild
 
 


Diese Erfahrung bringt Karl Kocheise mit in den Gemeinderat und ist somit kein absoluter Neuling im Stadtparlament. Er besuchte als Ortsvorsteher regelmäßig die Sitzungen des VTA und des Gemeinderates. Ein Ortsvorsteher müsse nicht zwingend auch Gemeinderat sein, meint Kocheise. Das sei für ihn nicht Anlass zur Kandidatur gewesen. Die Regelung mit Erich Jung als Gemeinderat, auf dessen Kompetenz Kocheise nur ungern verzichtet, und ihm selber als Ortsvorsteher, habe sich bewährt. Zumal die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sehr gut funktioniere.

Als Gemeinderat habe man jedoch die Möglichkeit, innerhalb der Fraktion Impulse zu setzen und Neues anzuschieben. Diese Möglichkeit will Karl Kocheise nun nutzen. Eine seiner Ideen ist es, für die Ortschaften ein neues Finanzierungsmodell für größere Maßnahmen einzuführen. Ein gemeinsamer Topf, aus dem Gelder entnommen und wieder zurückgezahlt werden. Das würde den Ortschaften die Finanzierung von Pflichtaufgaben erleichtern, für die sie sonst jahrelang Geld aus ihren Ortschaftsbudgets ansparen müssten. Denn nicht immer seien Komplementärmittel schon vorhanden, wenn Zuschüsse fließen könnten.

„Wenn es der Stadt gut geht, geht es allen Stadtteilen gut“, sagt Karl Kocheise. Deshalb müsse zuerst geschaut werden, dass die Stadt finanziell besser gestellt wird. Er unterstützt deshalb die Sparmaßnahmen der Haushaltskonsolidierungskommission. Auf eine Anlaufstelle für die Bürger in den Ortschaften würde er ungern verzichten und möchte deshalb an der Ortschaftsverfassung nicht rütteln. Über die unechte Teilortswahl hingegen könne man reden. Sofern es Konzepte gebe, die die Vertretung aller Ortsteile im Gemeinderat sicher stelle und in keiner Ortschaft den Eindruck entstehen lasse, man würde ausgegrenzt.

Das Verkehrsproblem, spricht Karl Kocheise ebenfalls an. Die Brücke sei gut für Horb, sein Augenmerk richtet sich jedoch auf das Teilstück Grünmettstetten-Industriegebiet Horb. Ende die B28 neu vor den Toren Grünmettstettens, befürchtet Karl Kocheise für seine Heimatgemeinde und das ganz Dießener Tal eine Zunahme des Verkehrs, der sich Abkürzungswege ins Industriegebiet und zur Autobahn suchen werde.

Auch die Jugendarbeit ist ihm wichtig. Jugend müsse dort unterstützt werden, wo sie mit Projekten, im Horber Marmorwerk etwa oder bei der offenen Jugendarbeit in den Ortsteilen, selbst etwas auf die Beine stellt. Die Horber Jugend verdiene ein offenes Ohr, sagt Karl Kocheise, der verheiratet und selbst Vater von drei Kindern ist.

Aufgewachsen ist Karl Kocheise in Bittelbronn. Nach dem Abitur und zwei Jahren Bundeswehr studierte er Mathematik und Chemie für die Grund- und Hauptschule. Er machte seine zweite Dienstprüfung, wurde jedoch wie viele Junglehrer seiner Generation nicht in den Schuldienst übernommen. In München bildete er sich zum EDV-Fachmann weiter und ist heute Wirtschaftsinformatiker bei Agilent Technologies in Böblingen.

Politik habe ihn schon immer interessiert sagt der 51-jährige Christdemokrat, der seit 1990 als Ortschaftsrat aktiv Kommunalpolitik macht. Er erhofft sich von seinem eigenen Engagement, dass sich jüngere Horber daran ein Beispiel nehmen und sich selbst in die Verantwortung nehmen lassen. Die Generation der heute 25- bis 40-Jährigen fehle in der Kommunalpolitik und vielen Vereinen. Karl Kocheise sieht sein kommunalpolitisches Engagement zunächst auf die kommenden fünf Jahre beschränkt. Gibt es Nachwuchs, könnte er sich durchaus vorstellen wieder kürzer zu treten, um mehr Zeit für Familie und Hobby zu haben. Fürs Fußballspielen etwa, denn das ist seine erklärte Leidenschaft. In der Jugendmannschaft hat er begonnen, zunächst in Bittelbronn, wo er aufgewachsen ist, später in Grünmettstetten. Im Sportverein, dem FC Grünmettstetten, hat Kocheise bis auf den Schriftführer schon alle Ämter ausgeübt. Derzeit ist er Ausschussmitglied. In der ARGE sportreibender Vereine in Horb ist er seit mehr als zwanzig Jahren Beisitzer in der Vorstandschaft. Wenn ihm Zeit bleibt, spielt er heute noch gerne Fußball – in der AH der SG Altheim-Grünmettstetten.

Quelle: www.neckar-chronik.de

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