Für eine D-Mark Hubertusschütze

Für eine D-Mark Hubertusschütze

Grünmettstettens Schützenverein „Hubertus 05“ feiert 100jähriges (2)

GRÜNMETTSTETTEN (ckw). Großes Jubiläum der Grünmettstetter Schützen vom 22. bis 25. Juli: Eine Mark kostete nach der Wiedergründung des Vereins 1954 der Beitritt.

Ulrich Wehle, Andreas Kaupp und Georg Maier waren die Initiatoren der Wiedergründung des Grünmettstetter Schützenvereins am 13. Februar 1954. Lorenz Steimle wurde an diesem Samstag zum ersten Vorsitzenden gewählt. Es wurde beschlossen, dass der Beitritt in den Verein eine Mark und der Jahresbeitrag zwei D-Mark kosteten. Außerdem wurden die ersten Luftgewehre angeschafft und das erste Probeschießen festgelegt. Das Schützenhaus, das nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeit lang zweckentfremdet als Kindergarten gedient hatte, baute man beim Schwesternhaus ab und beim Schießplatz im Murgental wieder auf.

Das erste Zimmerpreisschießen war am 28. März 1954, laut Vereinschronik „ein voller Erfolg“. Ab Juli 1954 durften die jungen „schießhungrigen“ Mitglieder unter Aufsicht der erfahrenen alten Schützenkameraden im Sommer Samstagabends üben, so dass man für die Preisschießen in den umliegenden Dörfern gewappnet war. Am 11. November 1954 fand schließlich zum ersten Mal ein solches Turnier auch in Grünmettstetten, im Gasthaus „Pflug“ statt.

Die ersten Vereinsmeisterschaften waren im März 1956. Die Vereinschronik schreibt: „Nach langem und harten Kampf stand Georg Maier zum Schluss als Sieger fest.“ Maier wurde bei den Kreismeisterschaften im Juni 1956 sogar Schützenkönig auf 10 und 50 Meter. In dieser Zeit wurde auch ein Rosenstand für Feste gebaut. Mit einem Bankett startete das 50jährige Jubiläum am ersten Juniwochenende 1958. Kirbetanz, Hasenlauf und Maskenball wurden in den Folgejahren vom Grünmettstetter Schützenverein organisiert. Es gab schon damals eine Jugend-, eine Stamm- und eine Seniorenmannschaft bei Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften. Das erste Turnier für die örtlichen Vereine fand 1963 statt. Gewinner war die Freiwillige Feuerwehr mit 290 Ringen. Im selben Jahr wurde auch das erste Schützenfest ins Leben gerufen. Einen Austausch mit Schützenkameraden aus Hörmannsberg gab es in den frühen 70ern. 1971 wurden in Eigenleistung vier automatische Scheibenzuganlagen gebaut, die davor in Hochdorf eingesetzt worden waren. 1974 wird die 50-Meter-Schießbahn eingeweiht, die fortan als alleinige Übungsbahn genutzt wird. Noch bis 1979 schießt man im Gasthaus Pflug, danach geht man für die „10 Meter Luftgewehr“ ins alte Schulhaus. Das 75jährige wurde 1980 gefeiert. Ein Jahr später wird der Beitrag auf 18 Mark erhöht. Am 7. Januar 1988 waren fast ein Dutzend Helfer beschäftigt, um bei der SÜDWEST PRESSE in Horb einen ausgemusterten über eine Tonne schweren Tresor zu holen, der im alten Schulhaus zur sicheren Aufbewahrung der Gewehre aufgestellt wurde. Doch noch im selben Jahr wird ein weiterer Umzug des Metallkolosses geplant: Die Räumlichkeiten im alten Schulhaus werden gekündigt, die Kirchengemeinde beginnt den Umbau des Gebäudes zum heutigen Kirchengemeindezentrum. Der Schützenverein muss handeln: Im September werden im Murgental von Hand Gräben für Strom, Wasser, Abwasser und Telefon fürs neue Schützenhaus ausgehoben.

Quelle: Christian Klein-Wiele, 24.7.05

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.