Einigung auch beim Abendmahl

Einigung auch beim Abendmahl
 

Horb-Grünmettstetten. Man konnte es spüren im Grünmettstetter Gemeindezentrum, hier ist er zu Hause, hier fühlt er sich wohl. Weihbischof Dr. Johannes Kreidler ist vor 58 Jahren in “Mettstett” geboren und kommt regelmäßig zurück zu seinen Wurzeln.

Beim Frauenbund sprach er über “Die Stolpersteine der Ökumene” und neben knapp 30 Frauen konnte Marianne Kreidler auch zwei Männer begrüßen.

Ohne lange Vorrede kam der Bischof zum Kern, und immer wieder kam dabei sein breites Schwäbisch zum Vorschein. Aber gerade das macht ihn ganz besonders sympathisch. Das Verhältnis der Kirchen untereinander, also die Ökumene, ist derzeit in aller Munde. In Einzelfällen gibt es heute schon allerlei Verquickungen und Gemeinsamkeiten. Dennoch gilt es in der Zukunft noch einige “Stolpersteine” aus dem Weg zu räumen.

“Wir haben mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern vieles gemeinsam”, sagte Kreidler. Weltweit sähe das ganz anders aus, und das erläuterte er auch an einigen, teilweise recht spannenden Episoden aus seinem riesigen Erfahrungsschatz, den er bei seinen zahlreichen Reisen gewonnen hat. Das zweite vatikanische Konzil, der ökumenische Kirchentag in Berlin und die Augsburger Konferenz hatten die Weichen für die heutige Arbeit in der Ökumene gestellt. Aber, es kann nicht übersehen werden, dass in der katholischen Kirche einige Eckpfeiler “anders gesetzt sind”. So hat man, im Vergleich zur evangelischen Kirche, nicht zwei, sondern sieben Sakramente, Probleme bei der Anerkennung der Kirchenämter und andere Auffassungen beim Abendmahl. Das Abendmahl oder die Eucharistie, wie die Katholiken sagen, ist eng mit der Amtsfrage verbunden. So kann eine Eucharistiefeier nur von einem Priester geleitet werden. Aber, sagte der Bischof, in dieser Frage scheint eine Verständigung möglich zu sein. In den Bereich der gegenseitigen Anerkennung der Kirchenämter gehöre auch die Anerkennung des Papstes und hier “hängt’s ganz besonders”, so Kreidler. Ein Verzicht der katholischen Kirche auf dieses höchste Kirchenamt sei schlichtweg unvorstellbar. “Wir müssen weiterhin beharrlich im Gespräch bleiben und behutsam versuchen, die Dinge zu wenden”, sagte er zum Schluss.
 
Quelle: www.swol.de , 17.10.2004

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