Die Geschichte von Grünmettstetten

Grünmettstetten ist seit der Eingliederung am 1. September 1971 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Horb am Neckar im Landkreis Freudenstadt (FDS).

Im Jahre 782 ist der Ort erstmals in einer Urkunde genannt. Am 6.5.782 nämlich schenkte ein gewisser Isenhard von Talheim seinen Besitz zu “Metzesteten” dem damals sehr berühmten und begüterten Kloster Lorsch/Hessen. Auch die zweitälteste Urkunde über Grünmettstetten aus der Zeit um 1150 hat eine Schenkung zum Gegenstand: Azelinus von Mezzestetten vermachte dem Kloster Reichenbach bei Baiersbronn eine Hube. In der gleichen Urkunde wird auch eine Hildegard von Mezzestetten mit ihren beiden Söhnen Heinrich und Adelbert genannt, die demselben Kloster 8 Jauchert Ackers überließ.

Ihren 1200. Geburtstag feierte die Gemeinde aufgrund dieser Urkunden gebührend, neben dem üblichen Festbetrieb lockte der historische Umzug zahlreiche Gäste. Sicherlich hat es schon in der Römerzeit hier Ansiedlungen gegeben. Auf den „Burgäckern“ unweit des Seehauses wurden römische Ziegel gefunden. Eine Römerstraße, von Rottenburg nach Freudenstadt führend, als „Hochsträß“ bekannt, berührte Grünmettstetten. Aus der alemannischen Zeit stammen die Reihengräber, die in der „Grub“ entdeckt wurden. Der Ortsname „Grünmettstetten“ selbst könnte auf eine altgermanische Kult- und Opferstätte schließen lassen.

Mit dem 14. Jahrhundert fließen die Geschichtsquellen reichlicher. Meist handelt es sich um Kaufverträge der benachbarten adeligen Geschlechter, die in Grünmettstetten Besitzungen hatten. Entscheidend ist das Jahr 1404, als die Hälfte des Dorfes, jenseits des Baches gelegen, vom Horber Spital um 267 Pfund Heller erworben wurde. Dieser Kauf hatte allerdings noch ein langes Nachspiel; 61 Jahre lang wurde prozessiert. Anna von Bossenstein, die Witwe des Kontz von Bellenstein, erschien am 15. Januar 1415 vor dem Hofgericht in Rottweil und erklärte, der betreffende Kaufvertrag sei ungültig. Ihr Mann, der ein „harter Mann“ gewesen sei, habe das Dorf, das ihre Morgengabe gewesen sei, ohne ihr Wissen und unter Mißbrauch ihres Siegels verkauft. Der Prozeß zog immer größere Kreise. Selbst Schaffhausen und Zürich mußten sich mit dem Fall befassen. Erst am 4. Mai 1465 kam es zum Vergleich. Die Kläger verzichten auf alle ihr Ansprüche an das Spital zu Horb wegen der Hälfte von Grünmettstetten.

Rund 100 Jahre später, 1552, konnte das Spital zu Horb von den Herren zu Dettlingen auch die südliche Hälfte des Ortes käuflich erwerben, so daß vom Jahre 1552 an Grünmettstetten ein „ganzer Spitalflecken“ war. Die Herrschaft übte seitdem das Horber Spital aus und es setzt vor allem auch die „Schultheißen“ (Bürgermeister) ein. Nach einem alten „Zinsbuch“ aus dem Jahre 1559, das im Pfarrarchiv verwahrt wird, dürfte damals Grünmettstetten 20 bis 30 Bürger, das heißt Haushaltungen, gezählt haben. In diesem Verzeichnis ist als Schultheiß Caspar Wehelin genannt, in dem man mit Sicherheit den Stammvater sämtlicher, heute stark verzweigter, Wehle-Familien (im Telefonbuch stehen 20 Grünmettstetter mit dem Namen Wehle) sehen darf.

Großes Gewicht legte die Herrschaft in jener Zeit darauf, daß die Spitalflecken „finanzstark“ wurden und blieben. Eine Verarmung der Gemeinden traf die Herrschaft selbst. Wer darum von auswärts hereinziehen oder –heiraten wollte, mußte sein Bürgerrecht sehr teuer erkaufen. 100 Gulden kostete der „Spaß“. Zudem mußte der Neubürger jedem ansässigen Bürger ein Maß Wein und für zwei Kreuzer Brot spendieren. Zog ein Bürger aus dem Dorf, so mußte er ein Zehntel seines ganzen Vermögens als Entlassungssteuer zurücklassen. Da die alten Akten vom Dreißigjährigen Kriege nichts berichten, darf man annehmen, das der Ort damals von den Schrecknissen verschont blieb. Dafür wurde Grünmettstetten in späteren Zeiten öfters bei den Franzoseneinfällen schwer heimgesucht. Der damalige Ortspfarrer Brischar berichtet im Jahr 1796 ausführlich über die Schikanen, denen die Bevölkerung seitens der französischen Armee ausgesetzt war. Viele Grünmettstetter mußten mit Napoleon nach Rußland ziehen, zwölf von ihnen blieben in Rußland verschollen.

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