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Artikel entnommen aus dem Heimatbuch von Hermann Schneider Pfarrer in Grünmettstetten 1964

§ 13 Jugend kennt keine Tugend

§ 13 Jugend kennt keine Tugend
“Teenager” ist nur ein modernes Wort. Exportartikel aus Amerika.
Was damit gemeint ist, ist schon immer gewesen; das “Halbstarken-
problem”. Früher hat man von “Flegel jähren” und von “Backfischen”
gesprochen, und noch früher von der “ledigen War” und dem “Ziefer”,
das den Alteren soviel Kummer und Sorgen bereitete. “Ja, früher
war es anders, so was hätten wir nicht tun dürfen…”, so hört man
aus dem Mund der älteren Generation. Und wie war es wirklich? Auch
vor hundert Jahren war dieselbe Misere mit der Jugend, die keine
Tugend kennt, die gerne über die Stränge schlägt. Gewiß haben die,
von denen hier das eine oder andere berichtet wird, einst als
Erwachsene auch ihren Kindern (die heute schon wieder Urgroßvater
u. -mutier sind oder wären, falls sie noch lebten) Vorhaltungen
gemacht über das, was die Jugend heute treibe im Gegensatz zu dem,
was sie nicht getan haben oder hätten tun dürfen. Aber seien wir
ganz ehrlich: “Der Apfel fällt nicht weit vom StaromI” Keiner kann
seine Abstammung verleugnen.

Wie schon anläßlich der Lichtkerzen bemerkt wurde, gab es vor mehr
als hundert Jahren hier ein sogenanntes “Sittengericht”, der offizielle
Name war “Kirchenkonvent”. Da es auch in den evangelischen Dörfern der
Umgebung solche Kirchenkonvente gab, ist wohl anzunehmen, daß die
Einführung dieses Richtergremiums auf königlichen Befehl zurückgeht.
An der Spitze des Gerichtes stand der jeweilige Pfarrer und der Schult-
heiß, dazu gehörte noch der Heiligenpfleger und 2 aus der Gemeinde be-
stimmte Männer als Beisitzer. Sie hatten auf Sitte und Moral zu achten,
bei Verstößen die Betreffenden zu rügen und zu strafen, schwerere Ver-
gehen mußten sie dem Oberamt weitermelden, ebenso Rückfällige. Zum
erstenmal trat dieses Gericht am 2. Okt. 1831 unter dem Vorsitz des da-
maligen Pfarrverwesers Neß zusammen: Mitglieder des Konvents waren:
Schultheiß Sayer, Gemeindepfleger Steimle, Nikolaus Steimle und Hei-
ligenpfleger Faßnacht. Einmal im Monat versammelte sich der “Hoherat”.
Nur ganz selten gab es nichts zu verhandeln. Immer wieder heißt es:
“Es ist in Erfahrung gebracht worden, daß….”. Vielfach kamen auch
die Frauen und führten Klage über ihre Männer, manchmal war es umge-
kehrt und der Mann beklagte sich über seine bessere Ehehälfte. Daß
es bei diesem häuslichen Ehezwist auch ganz handgreiflich zuging
und daß man sich gegenseitig in den Haaren lag, bekamen die Herren
oft zu hören. In den meisten Fällen gelang es, den häuslichen Frieden
wiederherzustellen, nachdem man beiden ganz ordentlich die “Leviten
verlesen” hatte. Den meisten Stoff für die Gerichtssitzungen bildeten
zweifelsohne die häufigen Schul Versäumnisse bei den Werktags- wie
auch bei den Sonntagsschülern. Verwarnungen wurden wenig ausgesprochen,
wahrscheinlich weil sie wenig fruchteten, häufiger wurden Geldbußen
verhängt, am meisten aber wurden Freiheitsstrafen von mehreren Stunden
oder auch Tagen Arrest angeordnet.
Nun zurück zu den Delikten der Jugendlichen! Unterm 6. Juni 1832
wird gesagt; “Das herdenweise Auslaufen der Jünglinge und Mädchen und
das Zusammensitzen im Walde an Sonn- und Feiertagen abends konnte dem
Kirchenkonvent nicht entgehen…..”. Am 14. August 1834 ging es um
das Johlen, Lärmen und Schreien zur Nachtszeit, auch noch räch der
Polizeistunde. Darum wurden alle ledigen Personen männlichen Ge-
schlechts vor den Konvent gerufen und ihnen mit allem Ernste und Nach-
druck zu bedeuten gegeben, daß solcher Unfug in Zukunft aufhören müsse.
Die Scharwächter (Nachtwächter) wurden verpflichtet, jeden nächtlichen
Unfug bei Verlust ihres Dienstes ohne Rücksicht pflichtgemäß anzuzei-
gen. Am 23. Juli 1840 wurde im Orte das Erntedanksagungsfest gefeiert.
Dabei gab es wohl Ausschreitungen. Daraufhin wurde vom Kirchenkonvent
beschlossen,”die erwachsenen Töchter unter strengere polizeiliche Auf-
sicht zu stellen und streng zu verbieten, daß die ledigen Weibsper-
sonen nach der Betglocke herumschwärmen dürfen”. Am 7. Febr. 1843
stand eine Beschwerde des Provisors auf der Tagesordnung, seine Sonn-
tagsschüler hätten die Aufgaben teils zu schlecht und teils garnicht
gelöst. Weil er die Aufgaben genau besichtigt und mit einer Anzeige
gedroht habe, so hätten die Burschen sich gegen ihn unangenehm ge-
äußert und ihre Schreibhefte zerrissen. Weiter hätten sich die Grös-
seren geweigert, das Formular, das er an die Tafel geschrieben habe,
abzuschreiben und hätten damit ihm, dem Provisor, den Gehorsam auf-
gekündigt. Sämtliche Schüler wurden zitiert, die Sache untersucht:
2 bekamen 12 Stunden Arrest, weitere 5 je 8 Stunden. Andere junge
Burschen störten in den Weihnachtstagen 1843 den nachmittägigen Got-
tesdienst. Weil sie zudem noch frech gegen den Pfarrer waren, wurden
sie mit einem Arrest von 3 Stunden belegt, weil sie diese einer
gnädigen Geldstrafe von 6 kr vorzogen.
Im Mai 1844 wurde angezeigt, daß die ledigen Personen auf ihren
Spaziergängen an Sonn- und Feiertagen schmutzige, der Sittlichkeit
zuwiderlaufende ärgernisgebende Lieder singen und so die Straßen
durchschwärmen, daher wurde beschlossen…… . Am 21. Juli 1850 mußte
wieder der Provisor Sträub sich beklagen. Was was geschehen? Während

des Rosenkranzgebetes in der Kirche war dem Lehrer zweimal
auf die Schulter gespuckt worden, obwohl er mitten auf dem Chore
stand. “Vermöge seines Standpunktes könne es nicht etwa aus Unvor-
sichtigkeit geschehen sein, sondern nur aus reiner Bosheit. Als
derselben verdächtig erscheinen nach Straubs Angabe: Josef Wehle.
Georg Fritz und Georg Klink. Dieselben wurden – heißt es im Pro-
tokoll weiter – vorgerufen und ihnen das Bubenhafte ihres Beneh-
mens verwiesen, womit Provisor Sträub sich zufrieden erklärt, in-
dem er darauf verzichtet, daß sie gestraft werden”. Ja, damals hat
es öfters “gespuckt”. Provisor Sträub wollte es anscheinend nicht
ganz verderben mit seinen Sonntagsschülern und darum sollten die
“Spucker” straflos ausgehen.
Pfarrverweser Schibel mit Schultheiß Steimle und den übrigen
Beisitzern des Kirchenkonvent beschloß am 13. Aug. 1835: “alle
Tanzmusiken an Sonn- und Feiertagen werden in den sämtlichen Wirts-
häusern der hiesigen Schultheißerei untersagt, teils wegen Enthei-
ligung des Sonntags, teils wegen zu befürchtenden Händel und
Schlägereien usw. Die Kirchweih und Fastnacht macht hier eine
Ausnahme. Bei diesem gefaßten Beschluß will man für die Zukunft
beharren und jedes Ansuchen der Wirte um Erlaubnis zu Tanzereien,
auch wegen dem wirklichen und wahrscheinlich auch künftigen Geld-
mangel, abweisen”. Das mag ein schwerer Schlag für die Jugend
wie auch für die Wirte gewesen sein, doch Gesetze werden gegeben,
damit sie übertreten werden. Und zudem: was verboten ist, reizt
noch mehr! Spätere Protokolle zeigen deutlich, daß dieses Verbot
oft und oft übertreten wurde.
Ein Protokoll vom 6. Mai 1838 lautet: “Vermöge einer Ein-
klage des Königlichen Pfarramts Tumlingen, daß Christian Kreidler
mit einem Wagen Holz am Ostertag nachmittags 3 Uhr durch Tumlingen
gefahren, wurde derselbe vor das Pfarramt citiert, ist aber nicht
erschienen. Der Schütz hat erklärt, daß er auf dem Bett gelegen
im Vorgeben einer Unpäßlichkeit, dessen ungeachtet hätte er den-
selben abends 10 Uhr im Adler getroffen. Der Vater erschien nun am
6. Mai und gab vor, daß sein Sohn nicht erscheinen könne, weil er
keine Stiefel und Schuhe hätte, dies auf wiederholte Vorladung des
Sohnes. Dem Vater wurde auf getragen, seinen Sohn sogleich anhero
zu senden. Dieser erschien und brachte über das obige Vergehen am
Osterfeste und über das Nichterscheinen vor dem Kirchenkonvent den
30. April ganz unannehmliche Gründe vor, daß sein Pferd das Grimmen
bekommen, deswegen er nach Hause hätte eilen müssen, daß er keine
Schuh gehabt und unwohl gewesen und deshalb nicht auf den 30. April
hätte erscheinen können. – Daher beschlossen, denselben für sein
Vergehen gegen Subordination, nämlich der Nichterscheinung vor dem
Kirchenkonvent und seine rohe Ausdrücke mit 24 Stunden Arrest, für
seine unverschämte Frechheit des Durchfahrens mit einem Holzwagen
durch Tumlingen am Osterfeste mit 48 stündigem Arrest zu belegen”.
Also, volle 3 Tage saß dieser jugendliche Sünder im Kittchen.
Nebenbei sei bemerkt, daß in den Jahren 1840 – 1860 das Dorfarrest
laufend belegt gewesen sein muß, wie es aus den Protokollen jener
Jahre zu entnehmen ist. Schon längst hat das Ortsarrest keine
Insassen mehr gefunden, sodaß es kürzlich ausgeräumt und in einen
Dienstraum für die Gemeindepflege (1963) umgestaltet wurde.
Als Letztes aus den Kirchenkonventsprotokollen sei ein Fall
von sogenannten “Ehe-dissidien” (d.h. Ehezwist) genannt. Schillers
guter Rat: “Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zu
Hersen findet” scheint nicht immer beachtet worden zu sein. In den
meisten Fällen ist es dem Kirchenkonvent gelungen, die Ehe zu retten
und beide Ehehälften miteinander wieder zu versöhnen. Nun eine
dieser Ehegeschichten, wie sie unter dem 23. März 1834 in Gegen-
wart des Pfarrverwesers Schibel, des Schultheißen Sayer, des Gemeinde-
pflegers Steimle, des Heiligenpflegers Faßnacht und des Gemeinde-
rates Nikolaus Steimle verhandelt wurde.

“Anna Weihing, Eheweib des Johann K.. erscheint nun zum drittenmal
und klagt bitterlich, daß ihr Mann, trotz der Vorstellungen und Dro-
hungen und Ermahnungen von seiten des Kirchenkonvents, dennoch fort-
fahre, sie und die 2 kleinen Kinder aus der 2. Ehe zu mißhandeln,
mit Schlägen, Drohungen, mit rohen groben Schimpf reden. Fluchen und
Sakramentieren vor den Kindern Ärgernis und böses Beispiel zu geben.
Ferner zeige ihr Ehemann gar keine Liebe mehr gegen sie und geqen
die 2 kleinen Kinder, gönne ihnen weder Kost noch Pflege, alles sei
zuviel, was die Mutter den Kindern tue, das kleinste Kind habe er,
da es geschrieen, mit der Kappe auf den Mund geschlagen unter
Ausstoßen von Verwünschungen gegen das unschuldige Kind. Weil die
Ehefrau so vielen Verdruß, Angst und Kummer in dem Hause ihres
Mannes habe und sie vielen Plagen und Mißhandlungen ihres launen-
haften Mannes ausgesetzt sich sehe, so könne sie unmöglich mehr
bei demselben bleiben, sei aus dieser Ursache schon öfters entlaufen,
nur um Mißhandlungen und Schlägen zu entgehen. Sie weigere sich,
wenn ihr Mann sich nicht bessere, die Ehe künftig mit ihm fortzu-
setzen” (Die Klägerin wie auch ihre Mutter, die ebenfalls erschienen
war, unterschreiben das Protokoll mit 3 Kreuzchen, da sie schreib-
unkundig sind). Johann K.wurde vernommen, was er gegen obige An-
klagen einzuwenden habe, er konnte aber durchaus nichts dagegen
vorbringen. Der Kirchenkonvent hat sich, wie es aus den vorange-
gangenen Protokollen zu ersehen ist, alle Mühe gegeben, um Ein-
tracht und Frieden in diese zerrüttete Ehe zu bringen, und auch
ist der Beschluß des Kirchenkonvents vom 2. Febr. d.J. vollzogen
worden. K. wurde mit 2 Stunden Arrest belegt, weil er der Ursächer
ist, daß sein Weib aus Furcht und Angst sich wiederum von ihm ent-
fernt habe. Da aber der Ehemann sich vor seinem Weibe schon einige-
male geäußert hat, er frage nach dem Schultheißen und Pfarrer nichts,
und sie sollen seinen Kindern zu essen geben, statt sie beide vor
den Kirchenkonvent zu laden, so glaubt der Kirchenkonvent, daß
alle Vermittlung, Ermahnung, Zurechtweisung vergebens seien und
übergibt deswegen einer höheren richterlichen Behörde , dem
Königlichen Hochlöblichen Oberamtsgericht Horb, die Beschwerden
und Klagsachen der Eheleute zur Entscheidung. Daß diese Ehe nicht
in die Brüche ging, zeigt ein Blick ins Fan-iilienregister, wo
10 Kinder vermerkt sind, 7 davon kamen erst nach obigem Stiri-t zur
Welt. Nach 30-jähriger Ehe (vielleicht auch 30-jährigem Krieg)
starben beide Gatten kurz nacheinander. Ihre Urenkel, die heute
im Dorfe verheiratet sind, wissen wohl nichts von diesem Ehekrach.
Mit diesem letzten Fall sei das alte Kirchenkonventsprotokollbuch
aus den Händen genommen und zur Seite (ad acta) gelegt.

§ 12 Von der Lichtkerze und vom Spinnen

§ 12 Von der Lichtkerze und vom Spinnen
Erst seit rund 50 Jahren gibt es bei uns im Dorf elektrischen Strom
und elektrisches Licht. So bequem wie wir hatten’s unsere Ahnen
nicht. Da mußte jeden Tag bzw. Abend die Erdöllampe hergerichtet
werden oder die Stearinkerze, die notdürftig im Winter die Stube
oder die Küche erhellte. Im Sommer konnte man das Licht entbehren:
wenn es nacht wurde, ging man zu Bett u. morgens in aller Frühe
ging man an die Arbeit. Wenn aber die langen Winterabende kamen.
war es nicht so einfach. Arbeit fehlte auch im Winter nicht. Tags-
über war man in der Scheuer beim Dreschen mit dem Dreschflegel,
beim Strohbändermachen oder beim Besenbinden. Abends aber wollte
man noch ein paar gemütliche Stunden in der Gesellschaft zubringen.
Eigentlich waren die Familien selber groß genug, um sich zu unter-
halten und Spiele miteinander zu machen: aber schöner und reizender
war es, zum Nachbar in die Stube zu gehen, heute hier und morgen dort
und am ändern Tag in der eigenen Stube. So saß man beisammen beim
kleinen Schein der Kerze oder Öllampe, die Frauen hatten ihr Strick-
zeug oder Leinen bei sich. die Männer rauchten ihre langen Pfeifen
und die ledige War’ vergnügte sich bei diesem oder jenen Spiel.
Was man sich während der strengen Arbeitsmonate nicht erzählen
konnte, das konnte man bei diesen “Licht-abenden” gründlich nach-
holen: jedes wußte von jedem etwas. Noch ein kleiner Rest von diesen
früheren regelmäßigen Lichtabenden ist geblieben bis auf unsere Zeit
in den gelegentlichen Zusammenkünften bei den einzelnen Familien:
“man geht z’Liicht”. Daß früher diese abendlichen und nächtlichen
Zusammenkünfte auch zum Teil ausarteten, kann man sich denken. So
war es begreiflich, daß die geistliche und weltliche Obrigkeit im
Dorfe gegen die Mißbräuche ihre Stimme .erheben mußten. In den
Kirchenkonventsprotokollen von 1831 – 1860 wird oft Klage darüber
geführt. So ist zum Beispiel unterm 2. Jan. 1837 zu lesen: “Zur
Handhabung der sittlichen Ordnung wurde beschlossen, die Reskripte
der Höheren Behörde (die Verbote der Lichtkerzen und Spinnstuben
betreffend) strenge zu vollziehen. Demgemäß wurden nächtliche Visi-
tationen angestellt und die betreffenden Personen abgestraft. Um desto
eher durchzugreifen, suchte der Ortspfarrer in Begleitung eines der
Gemeinderatsmitglieder besondere Visitationen anzustellen, nachdem
er dieses Verbot von der Kanzel verkündet und auf die traurigen

Folgen aufmerksam gemacht. Dessen ungeachtet fand sich ein solches
lediges Gesinde in einem Privathause. Bei einer wiederholten Visi-
tation am 29. Dez. 1836 ergab sich, daß bei Annäherung der Visitations-
personen zu dem Hause die Läden geschlossen wurden. Auf die Bitte,
man möchte das Haus öffnen, bediente sich die älteste Tochter R. der
rohesten Ausdrücke. Man gab ihr zu verstehen, wenn sie nicht auf-
mache , würde die Sache dem Oberamt angezeigt, darauf von innen die
Antwort: “Das sei ihr egal, sie frage nichts darnach, sie mache eben
nicht auf!” Für diese Frechheit bekam sie dann eine Freiheitsstrafe
von 24 Stunden im Ortsarrest.
10 Jahre später, unter Pfarrverweser Ruetz, mußte wiederum ener-
gisch eingeschritten werden. Am 24. Febr. 1849 befaßt sich der Konvent
erneut mit der “Lichtkerze”: “…..abgesehen davon, daß der leicht-
sinnige Teil des weiblichen Geschlechtes oft bis spät in die Nacht
hinein sündhaften Zusammenkünften nachläuft, ärgerliche Lieder singt,
wovon sich jedermann an den Sonn- und Festtagen überzeugen kann,
besteht hier eine Sitte, die in beweinenswerter Weise Liederlichkeit
und Verderben unter der Jugend verbreitet, das Auslaufen der ledigen
Weibspersonen in die Lichtkerze und Zusammenkünfte in gewissen
Häusern und Familien, bei denen dergleichen Ärgernissen mit Freuden
Tür und Tor geöffnet wird. Dieser Unfug erstreckt sich nicht bloß
auf die Erwachsenen, sondern auch auf die Sonntagsschulpflichtigen.
Niemanden ist unbekannt, was in diesen Lichtkerzen geschieht, und
mehr noch bei dem Nachhausegehen oder Nachhauseführen in später Nacht.
Jedermann weiß, daß Arbeit Nebenzweck, dagegen zweideutiger Umgang,
Befriedigung sündhafter Lust Hauptzweck ist und wer daran zweifeln
sollte, dem würde ein auch nur oberflächlicher Blick in die Tauf- u.
Familienregister die Wahrheit des Gesagten unumstößlich dartun.Die-
sen Übelstand einsehend haben auch schon die Hohen Behörden die Licht-
kerze zu wiederholten Malen amtlich verboten und es sind in dieser
Beziehung sowohl an die untergeordneten Behörden als auch an die
Kirchenkonvente die strengsten Weisungen ergangen. Das Pfarramt kann
nicht umhin’ dem Kirchenkonvent auch diesen Gegenstand zur Beratung
und zur Ergreifung geeigneter Maßregeln zu unterstellen. Derselbe
beschließt: jede ledige Weibsperson, die nach der Betglocke noch außer
dem Hause auf der Straße getroffen wird, ohne daß sie über die Not-
wendigkeit ihres Ausgangs sich auszuweisen vermag, wird mit Arrest
bestraft und zwar Sonntagsschülerinnen doppelt. Jeder Familienvater,
der wissentlich Lichtkerzen in seinem Hause duldet, ist vor den Kir-
chenkonvent zu rufen, nach Befund mit Geld oder Arrest zu bestrafen,
im Wiederholungsfalle dem Königlichen Oberamte zu weiterer Verfügung
anzuzeigen.”
Neue Besen kehren gut, sagt das Sprichwort. Pfarrverweser Ruetz,
der kurz zuvor in die Gemeinde kam, hatte in den Akten feststellen
müssen, daß z.B. im Jahre von den 46 Geburten nicht weniger als
16 uneheliche Kinder waren. Sieben solcher unehelicher Kinder kamen
hintereinander auf die Welt. 1844 waren 29 eheliche und 7 uneheliche
Kinder getauft worden.
Schon zu sehr hatte sich die Lichtkerze eingebürgert, als daß
sie hätte unterbunden werden können. Man ging weiterhin zur Licht-
kerze und nahm das Risiko einer Bestrafung auf sich. So ging es
am 28. Jan. 1861 auch den 14 Burschen und Mädchen, die bei der Licht-
kerze angetroffen wurden und dafür nun je 12 Stunden zu “brummen”
hatten. Die späteren Protokolle haben kaum mehr die Lichtkerze
zum Inhalt. Entweder stellten sich die Lichtkerzen in ein besseres
“Licht”, oder haben die Behörden ihren Kampf erfolglos aufgegeben.
Die Wahrheit wird hier wohl in der Mitte liegen!

In den Lichtstuben wurden nicht bloß “geratscht”, gesungen und ge-
spielt, man hat auch nützlich die Zeit verbracht: die Mütter und
Frauen saßen am Spinnrädchen und Spinnrocken. Alle Wäsche und alle
Kleider, die man trug, die Bettücher, Handtücher, alle Säcke, die
Aussteuer der Töchter, gar alles wurde selbst verfertigt. Auch die
Stricke und Stränge für die Pferde waren eigenes Erzeugnis. So baute
jeder Bauer auf mehreren Äckern Hanf und Flachs an. Aus Hanf wurden
die groberen Gewebe hergestellt, feines Leinen aus Flachs. Die Flachs-
bereitung ist sehr mühsam und das eigenste Geschäft der Frauen und
Mädchen. Sobald der untere Teil des Stengels gelb wird und die Blät-
ter abfallen, wird der Flachs “gerauft”, d.h. samt der Wurzel aus der
Erde gezogen. Der ausgezogene Flachs wird geriffelt, geröstet, ge-
brochen, geschwungen, gehechelt, gesponnen, gehaspelt, gewoben, die
Leinwand schließlich gebleicht und zum Teil gefärbt. Zum Trocknen
und Rösten wird der Flachs auf dem Feld ausgebreitet, gedörrt meist
in Dachstuben oder Backöfen, auch in der Nähe von offenen Feuer-
stellen draußen in den sogenannten Brechlöchern. In Grünmettstetten
gab es 4 solche Stellen, wo die Frauen zum Flachs- und Hanf brechen
zusammen kamen: das eine Brechloch befand sich in der Nähe des Fried-
hofs, ein zweites bei Schreiner Saier, ein weiteres in der Kohlgrub
und das letzte an der Straße nach Tumlingen. Dort gab es auch man-
chen Spaß, vor allem, wenn ein vornehmer Herr am Brechplatz vorüber
ging. Eine Brecherin nahm eine Handvoll Werg. das Abfallprodukt vom
Hecheln, und trat vor den Herrn hin, breitete das Werg vor ihm aus
mit folgendem Spruch: “Dem Herrn tritt ich für,
3 Batzen sind nicht viel,
Krieg ich mehr,
ist mir ein’ Ehr.
Krieg ich nix.
so wünsch ich dennoch Glücks
dem Herrn für alle Ziel,
daß ihm nichts Böses gschieht”!
Auf diesen Spruch hinbekam dann die Zettlerin ein Geldgeschenk.
In der Winterszeit wurde nun in den Spinnstuben das Garn gesponnen
auf der Spindel oder dem Spinnrad. Wenn es soweit war, hatten die
Weber im Dorf die Hände voll zu tun. Wie schon erwähnt, gab es ver-
schiedene Weber im Dorf. Heute noch mag in manchen alten Bauern-
truhen selbstgewobenes Leinen lagern, als letztes Erbstück und Er-
innerung aus Urgroßvaters Zeiten. Auch das Spinnrädlein hat heute
in der modernen Wohnung des Traktorbauern keinen Platz und keine
Berechtigung mehr. Schade, daß die Frauen nicht mehr spinnen!

§ 11 Von schönen Kleidern und alten Bräuchen

§ 11 Von schönen Kleidern und alten Bräuchen
Der Volksmund sagt: “Rot und blau gibt ‘ne schöne Bauersfrau”. Das
war einmal. Heute gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Stadt
und Land: auch das Land ist “städtisch” gekleidet. Schade, daß die
Trachten immer mehr aussterben. Nur noch gelegentlich eines Festes
treten die Trachtengruppen auf und sie werden wegen ihres Gewandes
vielmals bestaunt. Bei den Landfrauen hat sich die ursprüngliche
Volkstracht länger erhalten, in den Gäugemeinden finden wir noch
vereinzelte Trägerinnen, in den Schwarzwaldtälern (Schapbach,
Wolf ach) sind die Trachten noch Festtagsschmuck. Die Männer haben
weit früher ihre “Lederhosen” ausgezogen. Der Dorfälteste Oswald
Walz (geb. 1873) erinnert sich aus seiner frühesten Jugend nur noch
an einen Trachtenträger, Konrad Kaupp = Urgroßvater von
Konrad Kaupp). Wilhelm Neff (gest. 1950)hat sich sehr um die Er-
haltung der alten Dorfkultur eingesetzt. Er schreibt in seinen
Grünmettstetter Notizen, die zum Teil in der Heimatbeilage der Horber
Zeitung einstens abgedruckt wurden: “Die Grünmettstetter Bauerntracht
hatte bei den Dornstetter, Nagolder und Horber Bauerntagen sowie
auf der Trachtenschau in Stuttgart allgemeine Bewunderung erregt.”
Lassen wir Wilhelm Neff selber zu Wort kommen: “Unsere Großväter
als echte Schwarzwaldbauern trugen am Sonntag schwarze, teils auch
gelbe Lederhosen mit Halblangstiefeln, weiße Strümpfe oder lange
schwarze bzw. blaue Strümpfe mit Schuhen, rote oder schwarze samtene
Westen mit Rollknöpfen aus Blei, manchmal auch vergoldet oder ver-
silbert, je nach Vermögen: ferner langen Blaurock mit Talerknöpfen
und roter Fütterung, weißes Hemd mit aufrechtem oder umgelegten Kragen,
ein schwarzseidenes Halstüchlein und einen großen schwarzen Randhut
anstelle des früheren Dreispitzes.
Die Frauen trugen weiße Strümpfe, schwarze lange Tuchröcke
sowie schwarze, rote, braune, grüne, blaue (je nach Festtag) Mützen,
mit gelösten Bauschärmeln, dazu einen Schurz. Als Kopfbedeckung
trugen sie eine große schwarze Radhaube mit verschiedener Zierung.
Ganz früher waren die schön verzierten Schappeln Mode, vor allem
war die Braut mit der Schappel bekleidet, daher der sogenannte
Schappeltanz (= Brauttanz).
Die Mädchen trugen schwarze Röcke mit roten oder schwarzen
Miederleibchen und weiße Hemden und weiße Schürzen, dazu lange Zöpfe.”
Soweit der Bericht von Neff. In den amtlichen Aussteuer-Verzeichnissen
sind alle diese einzelnen Kleidungsstücke als des Manns oder des
Weibs “Allatum” (= Beigebrachtes) genannt.
Wenn nun schon von der Hochzeit die Rede ist, soll jetzt etwas
über die verschiedenen Hochzeitsbräuche gesagt werden.
Das älteste Eheregister bei den Pfarrakten trägt den Titel:
“Liber Intronizatorum seu Matrimonialiter Copulatoruro 1659”. Mit
dieser “Inthronisation” ist die feierliche Verlobung gemeint, die
für gewöhnlich der kirchlichen Eheschließung vorausging und meist
auch feierlicher gestaltet wurde wie der Eheabschluß selber. Nach
den alten Akten wurde diese Intronisation (=feierliches Eheversprechen) rund 14 Tage früher gehalten. Dieser feierliche Akt wurde in der
Kirche vollzogen. Anschließend wurde die Aussteuer der Braut in
das Hochzeitshaus gebracht. Am Tag der ehelichen Verbindung wurde
die Braut von den Ehrengesellen in das Gotteshaus geleitet. War die
Braut von auswärts, dann wurde sie von den ledigen Burschen des Dor-
fes hoch zu Roß in der Brautkutsche abgeholt. Vielfach zogen auch die
Musikanten in einem besonderen Wagen mit. Der Anführer der Hochzeits-
reiter trug den Brautspruch vor, worauf die Reiter von den Braut-
eltern mit Bier und Brezeln bewirtet wurden. Nach der Stärkung
sangen die Burschen das Brautlied und führten anschließend die Braut
in der Kutsche zur Kirche (zum Hochzeitshaus). Dort wurde für gewöhn-
lich nochmals das Brautlied gesungen. Dieser Brauch hielt sich bis
zum Jahre 1950. Der Verfasser hat selber noch 2 solche festliche
Abholungen von auswärtigen Bräuten (Frau Josef ine Kaupp und Frau
Barbara Saier, beide aus Bittelbronn) erlebt. Durch eine mehr als
10-jährige Unterbrechung wäre beinahe dieses alte Braut- oder Hoch-
zeitslied untergegangen. Im Jahre 1951 hat der Schreiber dieser
Zeilen nach dem Vortrag des 70-jährigen Sängers Johann Küne das Lied
zu Papier gebracht. Möge es erhalten bleiben! Woher das Lied kommt,
wer es gemacht, wie alt es ist, niemand kann Bescheid geben. Die Ver-
mutung liegt nahe, daß ein alter Grünmettstetter Spielmann hier im-
provisiert hat. Mangelnder Reim und wiederholende Melodieführung
verraten eine “niedere” Herkunft. Das Lied lautet s
(Anmerkung: Bei der 2. Strophe bedenke man, daß das feierliche kirch-
liche Verlöbnis schon vorbei ist).
Am Vorabend der Hochzeit, meist Polterabend genannt, wird bnw.
wurde das Brautpaar””versoffen”, d.h. das Brautpaar ladet die le-
digen Burschen und Madchen in eine Wirtschaft (womöglich bei Ver-
wandten) zu einem Faß Bier ein. Am Hochzeitstag selber ist das Hoch-
zeitshaus offen für alle Gäste: sie mögen sehen, wie das Haus her-
gerichtet. was alles in den Schränken ist an Leinwand. Porzellan und
Silber. Diese “Inspektion” könnte vielleicht eine letzte Erinnerung
an die frühere Bestandsaufnahme von amtswegen sein. Wer das Hochzeits-
haus besucht, bekommt die sogenannte “Morgensuppe” (meist Kaffee und
Kuchen) serviert. Natürlich ist nicht zu verhindern, daß die übermü-
tige Jugend dem Brautpaar einen Schabernak spielt. Was ist da schon
alles ausgeheckt worden? Wenn das Brautpaar nach der Trauung aus
der Kirche auszieht, muß es sich zuerst loskaufen: die Ministranten
sperren den Weg mit einem Seil ab und nur wer zahlt, wird durchgelas-
sen. In der Wirtschaft folgt zuerst der Brauttanz (früher Schappel-
tanz genannt), währenddessen die Ledigen (bis zur Inflationszeit)
mit Wein bewirtet wurden, jetzt nur noch mit Bier. Nach dem Brauttanz
gehen die Ledigen ebenfalls auf Kosten der Brautleute in eine andere
Wirtschaft zum Bier (bei der Hochzeit selber wurde früher nur Wein
ausgeschenkt!). Der Brautjungfer, Gespielin genannt, wird heimlich
(meist während des Festmahles) von den ledigen Burschen ein Schuh
abgezogen, den dann, auf einem Teller serviert, der Hochzeitsgesell
zurückkaufen muß; meist geht es nicht unter 4-5 Flaschen Wein ab.
Gesell und Gespiel haben auch auf die Braut zu achten, die jungen
Burschen entführen die Braut in eine andere Wirtschaft, ja sogar
in ein anderes Dorf und zechen auf die Kosten des Hochzeitsgesellen.
Mehr und mehr verschwinden die öffentlichen Hochzeitsfeiern, mit
ihren zum Teil schönen, zum Teil weniger schönen Bräuchen. Es bahnt
sich mehr und mehr die schlichte und feine familiäre Hochzeitsfeier
an. Die übliche Hochzeits-“schenke” hat allmählich einen üblen Ge-
ruch.
Auch der Hochzeitsmetzger darf an diesem Tag nicht übersehen
werden. Bekommt er von der Gespielin nicht ein paar gute Zigarren,
dann wird ihr beim Festmahl das “Sauschwänzle” serviert.
Ihre goldenen Eheringe brachte das Brautpaar in ein Tüchlein ge-
hüllt zum Traualtar. Das Tüchlein durfte dann der Pfarrer behalten.
Davon soll noch eine köstliche Episode erzählt sein aus den Zeiten
von Pfarrer Schraivogel (1843). Er macht in der Pfarrchronik die
Bemerkung: “In Bittelbronn erhielt der Pfarrer von den Brautleuten
jeweils ein “Nastuch”. Dagegen gab der Pfarrer ein anderes Geschenk.
Der hochweise Schultheiß Dettling aber kam auf den Gedanken:”Geschenke
sind freiwillige Gaben, folglich seien die Brautleute auch nicht
dazu verpflichtet, das Nastuch zu geben”. Der Pfarrer erhielt also
seit 1843 kein Nastuch mehr. Dagegen gab er auch kein Hochzeits-
geschenk mehr. Diese Notiz schließt mit der Feststellung; “Es
ist so vorteilhafter!”.
Auch das Sterben ist mit christlichem Brauchtum umgeben. Wenn
eines stirbt, so hält man Totenwache mit allstündlichem Gebet. Vom
ganzen Dorf werden sogenannte Weihwasserbesuche gemacht. Im Trauerhaus
wird 8 Tage lang der Rosenkranz gebetet (seit mehreren Jahren für
gewöhnlich in der Kirche). In früheren Zeiten wurde, solange der
Tote in der Wohnung daheim aufgebahrt war, Nachtwache mit Gebet ge-
halten. Mehrere unliebsame Vorkommnisse, vor allem durch Jugendliche,
gaben Anlaß, diese Nachtwachen in die Kirche zu verlegen und wurden
später ganz aufgegeben.
Wird der Stammhalter einer Familie getauft, so wird während
der Taufe bzw. beim Auszug aus der Kirche “geschossen”. Natürlich
muß der Vater seine Börse öffnen und den “Krachmachern” eine
Entschädigung reichen.
In der Nacht zum ersten Mai wird von den jungen Burschen den
Mädchen ein “Maien” aufs Dach gesteckt. Ein dürres Maibäumchen auf
dem Dach wäre eine schwere Beleidigung. In dieser Mainacht wird hier
wie anderswo mancher Unfug getrieben. Güllenfässer sind weggerollt,
der Wagen wird abmontiert oder auf das Dach getragen. Gartentore
ausgehängt und versteckt.
Ein Vorrecht der Schüler der obersten Klassen ist das
“Judas-verbrennen” am Karsamstagmorgen. Tage zuvor werden Kleider
mit Stroh ausgestopft. Dieser Judas wird dann versteckt, daß die grös-
seren Burschen ihn nicht stehlen können. Am Karfreitag ziehen die
Schulkinder mit Handwagen durchs Dorf und betteln Holz für den Ju-
das. Am Karsamstagmorgen wird das geweihte Feuer, nachdem es nicht
mehr benützt wird, nachgeschürt, in seiner Nähe ein Galgen aufgestellt,
der Strohmann daran aufgehängt und nun über dem Feuer verbrannt. Bis
vor 10 Jahren geschah das zwischen Kirche und Schulhaus. Seitdem
wird der Judas außerhalb des Dorfes in aller Frühe verbrannt (die
Änderung hängt auch mit der neuen Liturgie am Abend zusammen I)
Am Palmsonntag tragen die Schulbuben ihren Palmen in die Kirche.
Der Palmen muß aus ganz bestimmten Zweigen bestehen und wird für
gewöhnlich von den Vätern daheim gebunden. Die 3 schönsten Palmen
werden prämiiert. Wer nach dem Gottesdienst als letzter seinen
Palmen findet, wird Palmesel. Das hatte zur Folge, daß bei Ende des
Gottesdienstes ein wildes Drängen und Springen über die Bänke hinweg
einsetzte. Seitdem der “Palmesel” auch prämiiert wird und eine Mark
erhält, ist die Schande, Palmesel zu sein. gar nicht unangenehm. Für
eine Mark ruft der gewordene Palmesel gerne laut über den Kirchplatz
hin, zur Gaude für alle Kirchenbesucher: “Ich bin der Palmesel l”
Seit dem Dreikönigsfest 1962 ziehen die Ministranten als Stern-
singer mit farbenprächtigen orientalischen Gewändern bekleidet durchs
Dorf und singen ihr eigenes Grünmettstetter Sternsingerlied, das Pf r.
Schneider verfaßt und komponiert hat. Die eingesammelten Spenden fal-
len der Mission zu.

§ 10 Von Hauderern und anderen schaffigen Menschen

§ 10 Von Hauderern und anderen schaffigen Menschen
Im Großen und Ganzen ist Grünmettstetten bis heute ein “Bauern-
dorf geblieben_ die meisten sind mit Landwirtschaft beschäftigt.
86 landwirtschaftliche Betriebe gibt es zur Zeit. von 1.6 bis 14 ha
An Handwerker sind vorhanden: l Schreinerei (Hermann Saier), l Wa-
gen- und Hufschmid (Gaiaer). der sich in letzter Zeit vor allem auf
fA^orirei^^T”^^ landw±rts^^- Geräte umgestellt hat, l Maurer
S”^ ? ca ll’ 2 ^ermeister (Appenzeller und Braun), l Metzger
(Meyer) l Elektromeister (August Dettling). l Gipser (Ludwig Wehle)
in^6 S^10” stehle und Wehle). Es fehlen hier: Bäckerei9 SattTerei
Daneben o???”^’ Frlseur( Schuhmacher. Zimmermeister, Flaschnerei
S”^?^ t. ^ heute2 ganz modern eingerichtete Lebensmittel-
3^1 L^r.^^B^11 Artikeln- die i”* Do^ gebraucht werden.
3 Wirte im Dorf und 2 Gasthäuser draußen im “See” können von ihrem
Gewerbe allein nicht leben, sodaß sie nebenher noch e?ne Seinere oder
y^ Landwirt8chaft mitumtreiben müssen. Heute, wo SL S?ad?
auts Dorf hinauskommt, wo jeder sein eigenes Fahrzeug hat wo die
großen Versandhäuser jedes, auch das entlegenste Dorr belierern ist
es nicht so wichtig, daß jedes Handwerk und jeder Beruf Im Dorr’vor
treten ist. Früher war es ganz anders. Nur selten kam man i?5L
Stadt meist nur anläßlich des Marktes, wo man dann auf Vorrat
jeweils einkaufte. Das übrige machte man sich selber
^ NT?en der ^dbestellung durch die Landwirte war’es früher
vor allem das Fuhrwesen, das hoch im Kurse stand. Die Grünmettstetter
he^ß^e^irv^^1^^ ^reit bekannt- HD^ i3Cht a Hauderer”
fteißt es im Volksmund, und man meint damit einen schaffiaen Menschen
^ “Shr^annL^-^^^6’^ “Haudere^ gewesen s^nd” Morgens ‘
hei^ SL ^S^ Si8^ exn wd meist spät in der Nacht ^”^te man
heim. Mit ihren Planwagen kamen die Grünmettstetter bis nach Frei-
daruber^? ‘ Ma^2′ ja Koblenz- Gab es im engeren Bezirke adir
den Grün^i?;”? großere ^^sporte zu besorgen, so klopfte man bei
den Grunmettstettern an und hieß sie ihre rassigen Pferde schirren
Schon vor 150 Jahren blühte dieses Gewerbe. Zu Jen ers^eS Hauderern
däT?; 2 ^^ namens schetter- die – ^ “^ eLes zu nennen e
den Auftrag bekamen, die ersten Champagnerflaschen von der Hütten-
verwaltung Schonmünzach nach Eßlingen zu fahren, wo sich eine Sekt-
kellerei auf getan hatte. Es gehört nicht viel Phantasie dazu s?cn
diesen Transport von Flaschen vorzustellen. Die Wagen, die mit Planen
S;^;^ war^’ natürlich “^ 4. manchmal sogar nSTe Pr erden be?
Sn ^oh ? y dlewa9en auf der Höhe waren, hieß es tücht?S s^haf-
^1. ^ S6 ^ Fuhrleute in ^ren blauen Kitteln vor mir. las
S ^ S auf dem Kopf, an den Füßen lange Schaftstiefel, in der
Rechten die Peitsche, die Pferde schmuck herausgeputzt: denn es
etn hn^^S ^^^^en und da konnte es schon sein. daß L-gend
h^ oh^ ^ daherkanl und sich nach dem Fuhrwerk und seinem l n6
Kessler GeorS?^ ^ ^f “T^? Eßlin^enIM I” die Champagnerfabrik
^essler-Georgil So. soll – Und mit einem kräftigen Peitschenknall
ging es weiter. Damals gab<.es noch kein -Auto-radio" Sas wahrend Sauderer"^? ^ undlaTlr1n Fahrt spielte. Dafür saßen dir S?. ^SL3 i S61" Bock und manchnlal auch auf dem Pferde und sangen die Lieder auf der Landstraße. Eines jener alten Fuhrmannslieder wurdp oeh^r^ ^ ^^^ttet; von den Alten hat es"Se Landjugend S^^^ fiV01'^3861' dieses Buches hat Text und Melodie zu PapSr ^?fa S ä ^ Wahrscheinlichkeit nach ist Dichter und KomponTs? unter den Hauderern selber zu suchen. Warum soll ein Hauderer auf können? Sernun11?6; "^ auch etwas Geschei^- zusammenreL:n Können? Hier nun Text und Weise: Laut Farn.Register ist der Fuhrmann Anton Scheiter im Alter von 47 Jahren am 8. März 1856 in der Nähe von Zürich/Schweiz tödlich verun- glückt. Als in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Eisenbahnlinien aufgebaut wurden, war die Blütezeit des Fuhrunter- nehmens vorüber. Von den einstigen 85 Pferden in Grünmettstetten sind noch ein paar würdige Vertreter in der Gemeinde, die ihr Gnadenbrot heute bekommen, ob morgen, ist schon ungewiß. Was gab es sonst noch für Berufe im Dorfe? Schon vor 1700 ist ein Schmid Hans Weber genannt, ebenso ein "Mercator" Melchior Hopfer im Jahre 1696. Mercator heißt Kaufmann, Krämer. Es war sicher noch kein großes Warenhaus, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein "Kram-laden". Jakob Walz wird 1704 Küfer genannt. Die Armbruster im Dorf sind seit 1720 die Wagner im Dorf. Georg Fritz, geboren 1768, war wie sein Vater und Großvater "Beck" und nebenbei noch Heiligenpfleger. An der Seestraße wohnte der Ziegler Sebastian Reichert, der das Bürgerrecht nicht besaß, sondern nur "Hintersaß" war. Biersieder waren Martin Klink sowie Peter Wehle, geb. 1776. Bei Andreas Mayer (gestorben 1848) ist vermerkt: "Bürger und Tabakraucher". Er starb mit 43 Jahren. Ob er wohl ein Opfer sei- nes Berufes geworden ist? Johannes Steimle, geb. 1806. führt die Bezeichnung "Tuchhändler", Hans Jörg Steiner "Keßler". Konrad Dettling (1837) "Leineweber". Übrigens gab es viele Weber im Dorf, zumal in früherer Zeit viel Hanf und Flachs angebaut wurde. Die Vorfahren von Bürgermeister Anton Jung waren in vielen Generationen "Bürger und Weber". Immer wieder taucht in der Sippe Dettling die Bezeichnung "Spielmann" auf. Sicher war es der Dorfmusikant, der bei festlichen Anlässen, wie Hochzeiten, aufspielte und wohl auch dazu sang. Von einem solchen Grünmettstetter Spielmann dürfte auch das alte Hoch- zeitslied stammen (darüber siehe Seite 32). Noch ein Beruf soll Erwähnung finden, den man in Grünmett- stetten nicht vermuten würde. Bei Anton Bettau, geboren 1754 als Sohn des Anton Bettau. Wirt, ist angegebens "Zoller", was wohl bedeutet: Zollbeamter. Draußen beim Aussiedlerhof des Bürgermeisters Jung ist das "Zollhäusle". Hier war die Grenze des ehemaligen vorder- österreichischen Gebietes gegenüber dem herzoglichen Gebiet von Württemberg. Die Zollgrenzen waren vor 200 Jahren also ganz nahe, heute sind es rund 100 km zur nächsten Zollgrenze nach Kehl oder Bargen, bald werden auch diese Grenzen fallen. Wenn dann unser Zoller Bettau wiederkäme, er hätte keine Arbeit mehr l

§ 9 Andere dienstbare Geister des Dorfes

§ 9   Andere dienstbare Geister des Dorfes

Als erster ist wohl der “Schütz” zu nennen. Er war und ist die
rechte Hand des Ortsvorstehers, gleichsam dessen Adjutant. Heutzutage
ist der Schütz nur noch Gemeindediener, muß für das Rathaus in der
Gemeinde herum Botengänge machen. Wenn vollends ein Gemeindeblatt
mit den amtlichen Bekanntmachungen eingeführt sein wird, dann hat
die Stunde des “Schützen” geschlagen. Bis jetzt noch darf er mit
seiner “Schell” durchs Dorf gehen und ausschellen. Er kann bislang
noch stolz von sich sagen: “Die ganze Gemeinde hört auf mich l”.
Früher war der Schütz noch “Polizei” im Dorf, der in den Wirts-
häusern”abbieten” mußte und strafen konnte. Solch alte”Flecken-
schützen” waren Peter Steimie (1765), Johann Steimle (1788),
Josef Spilz (1796). Melchior Kaupp (1813). Nach einem Protokoll
vom 30. Juni 1829 wurde Christian Mayer auf ein Jahr als Flecken-
schütz für 30 fl Jahreslohn angestellt. Er eignete sich wohl für
dieses Amt, sodaß er insgesamt 30 Jahre Schütz blieb. Der heute
90-jährige Dorfälteste erinnert sich noch gut, wie anno 1880
Andreas Schäfer als Schütz seinen Vollbart trug und auch sehr
streng war. Ihn löste Georg Steimle ab, auf den Fridolin Klink
folgte. Der vorletzte Schütz war Johannes Walz (l. Ehemann von
Lotte Miller). Seit 30 Jahren ist nun Max Wehle “Schütz” und Amts-
diener.
       Neben dem Fleckenschütz war auch ein “Waldschütz” zu be-
stellen.

 Bei dem verhältnismäßig großen Waldbesitz der Gemeinde mußte der
 Waldschütz wohl “Fuchs und Has” sein. wollte er seine Aufgabe recht
 machen. Für seinen Dienst sollte der Schneider Xaver Hopfer, der
 laut Gemeinderatsprotokoll vom 30. Juni 1829 als Waldschütz ange-
 stellt wurde, im Jahr ein Drittel von der Anbringgebühr sowie 24 fl
 festen Lohn erhalten. Ums Jahr 1750 ist ein Johannes Steimle als
 Waldschütz genannt, 1834 ein Johann Kreidler, auf den Sebastian
 Jung folgte. Die folgenden Waldschützen sind den älteren Mitbürgern
 noch persönlich bekannt: Andreas Kaupp und Johannes Faßnacht. Zur
 Zeit ist die Pflege des Waldes dem Forstwart Johann Klink anvertraut.
     Auch einen Amtsboten brauchte man im Dorf. Er füngierte vor allem
 als Courier zwischen Grünmettstetten und Horb und mußte die amtlichen
 Schriftstücke hin- und hertransportieren. Wieviel Sohlen er im Laufe
 eines Jahres oder während seiner ganzen Dienstzeit durchgelaufen hat,
 ist nirgends vermerkt. Damit seine Arbeit einträglicher werde, hatte
 der Amtsbote zugleich den Schriftverkehr des Pfarramtes mit seinen
 Dienststellen zu überbringen. Der Stiftungsrat protokolliert unterm
 20. Sept. 1840: “Da der Amtsbote wegen dem Transport der Heiligen-
pflege-Akten nach Horb und von da wieder zurück nach Grünmettstetten
 zu sehr in Anspruch genommen wird, und wöchentlich 3 Botengänge zu
machen hat, so hat der Stiftungsrat den Beschluß gefaßt, demselben
Amtsboten Josef Lechler dahier eine jährliche Belohnung von 4 fl
 30 Kr, vom Jahre 1837 anfangend, aus der Heiligenpflege auszusetzen
unter Vorbehalt höherer Genehmigung”. Aber diese Oberbehörde hat
diese Erhöhung nicht genehmigt. So mußte der Amtsbote weiterhin
für 3 fl im Jahr seine 3 wöchentlichen Gänge nach Horb machen. Nach
Lechler wurde Johann Kreidler “Bot” (Großvater von Hieronymus Kreid-
ler). Als später die Post eingeführt wurde, mußte der Posthalter
Kopp von Bittelbronn, zu dessen Bezirk auch Grünmettstetten gehörte.
täglich seinen Weg nach Horb über Grünmettstetten machen. Während
seiner langjährigen Dienstzeit legte Kopp rund 200 000 km zurück,
das ist rund 5mal um den Äquator.
      War der Amtsbote fast dauernd unterwegs, so durfte der G^meinde-
rechner mehr sitzen. Gewiß, vor hundert Jahren und noch weiter zurück,
gab es kaum vierstellige Zahlen im Etat (Kirchenbaurechnung vom
Jahre 1770 betrug nicht einmal 7000 fl und der Schulhausneubau vom
Jahre 1834 nur insgesamt 1350 fl). so hatte der Gemeinderechner
schon damals seine liebe Not mit dem Geld. Als älteste Rechner, die
auch den Titel “Bürgermeister” führten, sind bekannt: Martin Lutz
(1786). Johann Schäfer (1791), Lukas Grieb. Martin Lutz (1809).
Bernhard Maier. Anton Walz (1828). Lorenz Steimle (1831). Jakob
Kaupp (1836), Johann Saier (1850), dessen Tochter als l. Grünmett-
stetterin ins Kloster eintrat und 1890 in Untermarchtal als Schwester
Polykarp starb. Valentin Kaupp war 30 Jahre lang bis 1920 Gemeinde-
pfleger, der von Hieronymus Kreidier abgelöst wurde. Über 40 Jahre
war die Gemeindekasse in seinen Händen. Heute verwaltet dessen Sohn
Johann Kreidler das Geld der Gemeinde.
      Einen Gemeindeposten gibt es heute nicht mehr. den Nachtwächter.
Früher bei dem offenen Licht, bei den offenen Feuerstellen, bei den
leicht brennbaren Strohdächern, war Nachtwächtersein ein verantwor-
tungsvoller Dienst. Nach dem Ratsprotokoll vom 30. Juni 1829 wurden
als Nachtwächter Paul Kreidler und Johannes Nafz bestellt. Als
Jahresbelohnung erhielten sie ehedem ein Klafter Holz nebst Abfall
hievon und 35 fl 24 kr aus der Gemeindekasse. In der Winterszeit
von Michaeli an bis Fastnacht “sollen sie von 8 Uhr anfangen zu
schreyen und also die nacht durchaus, nämlichen 9, 10. 11. 12.
l. 2, 3 und 4 Uhr”. Im Sommerhalbjahr war die Dienstzeit verkürzt
von 10 bzw. 11 Uhr bis früh 2 Uhr. Der Dorfälteste Oswald Walz
(90-jährig) erinnert sich noch gut an den Nachtwächter aus seiner
Kindheit, Alois Faßnacht (= Großvater von Anna Kreidler geb. Faßnacht),
der viele Jahre Nacht für Nacht seinen Dienst tat. Vor Mitternacht
wurde das Nachtwächterlied gesungen, nach Mitternacht wurde “gehupt”,
also mit dem Hörn geblasen.

So sangen die Nachtwächter:
       Hört ihr Herrn und laßt euch sagen,
       unsre Glock hat neun geschlagen,
       Neun versäumten Dankespflicht,
       Mensch, vergiß die Wohltat nicht!
              Menschenwachen kann nichts nützen,
              Gott muß wachen, Gott muß schützen.
              Herr, durch deine Gut und Macht
              gib uns eine gute Nacht!
       Zehn Gebote setzt Gott ein, Mensch, du sollst gehorsam sein!
       Elf Apostel blieben treu, hilf Gott, daß kein Abfall sei!
       Zwölf, das ist das Ziel der Zeit, Mensch bedenk die Ewigkeit!
       Ein Gott ist nur in der Welt, ihm sei alles heimgestellt.
       Zwei Weg hat der Mensch vor sich: Herr, den rechten führe mich!
       Dreifach ist,was heilig heißt: Vater, Sohn und heilger Geist.
       Vierfach ist das Ackerfeld. Mensch, wie ist dein Herz bestellt?
              Alle Sternlein müssen schwinden
              und der Tag wird sich einfinden.
              Danket Gott, der uns die Nacht
            &nbsp
; hat so väterlich bewacht!”
Letzter Nachtwächter in Grünmettstetten war Paul Vögele.
Besonderes Augenmerk hatten die Nachtwächter auf die Diebe und auf
das Feuer zu richten. Wenn irgendwo sich ein starker Feuerschein
zeigte, hatten die Wächter Alarm zu schlagen. Dann war die Feuer-
wehr an der Reihe. Ja, diese Männer mußten immer wieder ausrücken,
wenn die Feuerglocke ertönte oder der Feuerreiter durch das Dorf
galoppierte. Jeder Bürger mußte in seinem Hause einen Feuereimer
griffbereit halten. Das war eine der Bedingungen, wenn einer das
Bürgerrecht erwerben und sich im Dorf einkaufen wollte. Es war selbst-
verständlich, wenn im Dorf ein Feuer ausgebrochen war, daß alle ver-
fügbaren Männer dem Feuer zu Leibe rückten. Schlauchleitungen, an den
Hydranten angeschlossen, gab es im letzten Jahrhundert noch nicht.
Das Wasser mußte in Eimern vom Bach oder den Brunnen geholt und dann
in die Spritze geschüttet bzw. direkt ins Feuer geleert werden. Wenn
in den Nachbargemeinden ein Brand ausbrach, so mußte vielfach auch
die Feuerwehr ausrücken. Laut Ratsprotokoll vom 8. Febr. 1827 wurde
beschlossen, was zu tun sei. wenn die Feuerwehr auswärts ziehen
müsse. Es heißt dort: “1) die 4 höchstbesteuerten Bauern haben an
die Feuerspritze zu spannen, nämlich: Johann Wehle. Josef Wehle’s
Witwe, jung Johann Steimle und Martin Steimle.
2) als Feuerreiter sind bestimmt: Anton Schäfer, Josef Walz, Josef
Schäfer Adlerwirt, Mattäus Saier, alt Anton Steimle und Nikolaus
Steimle. 3) Als Entschädigung ist per Stunde und Pferd je 30 kr
festgesetzt, welche die Gemeindekasse auszubezahlen hat. 4) Wer nicht
erscheint und einspannt, wird mit 2 Reichstälern bestraft, ebenso
die Feuerreiter, wenn sie nicht beim Anzug der Sturmglocke sich sofort
beim Rathaus einfinden. 5) Zu Feuerspritzenmeistern wurden bestimmt;
Josef Schäfer Schmied und Johann Armbruster. 6) Es werden die Rotten
zum Feuerlaufen, wenn in auswärtigen Orten Feuer oder Brand auskommen
sollte, bestimmt: die erste Rotte fängt an bei Paul Kreidler, wozu der
ganze Winkel und links das Dorf hinauf bis zum Christian Majer,
welcher in dieser Rotte der letzte ist. Rottmeister ist Johann Ulrich
Klink. Die 2. Rotte fängt bei Isidor Grieb an, dann den Berg hinauf und
hinab bis zu Johann Walz im Hofgärtle. Die 3. Rotte fängt bei Lehrer
Hopfer an und hinaus die Froschgasse mit Rottmeister Melchior Fritz.
Die 4. Rotte wird vom Äschenberg gebildet und die letzte Rotte von
der Schafgasse. 7) Es wird noch bemerkt, daß auch die ledige Mann-
schaft bei den einzelnen Rotten darunter gemeint sind und mitzugehen
haben. Auch sollte keiner bei 30 kr Straf ohne mächtige Ursache dabei
ausbleiben, sowohl Geheiratete als Ledige; jedoch soll, wenn mehrere
Verpflichtete in einem Hause sind, einer davon frei gelassen werden”.
Soweit das Ratsprotokoll. Über die Brände im Dorf siehe später!

Quelle: Hermann Schneider, Heimatbuch, Nachdruck von 1997
gescannt: Marc Kreidler, 25.8.2004
Korrektur gelesen: —

§ 8 Das Gemeindeoberhaupt: der “Dorfschultes”

§ 8   Das Gemeindeoberhaupt: der  “Dorfschultes”

Fast lückenlos steht die Reihe der Schultheißen seit 400 Jahren.
Nach der Spital Verfassung sollte jeder Spitalflecken einen Schult-
heiß haben, der für gewöhnlich vom Spital selbst ausgewählt und ein-
gesetzt wurde. Anfänglich war der Schultheiß verschiedene Jahre im
Amt, später gab es oft Wachablösung. Nach den Statuten dauerte die
jeweilige Amtsperiode eines Schultheißen 2 Jahre. Wenn der Spital
mit seinem Vertrauensmann im Dorf draußen zufrieden war, so ließ
man ihn wohl länger schalten und walten. Gab er jedoch Anlaß zu
Beanstandungen seitens der Obrigkeit, so waren die Chancen einer
Weiterführung des Amtes für den ersten Mann im Dorfe sehr gering.
       Aufgabe des Schultheißen war vor allem die Überwachung der
Durchführung obrigkeitlicher Anordnungen und Gesetze, mehr ein
Ehrenamt, bei dem nicht allzuviel zu verdienen war. Drum finden
wir meist auch die Begütertsten als Dorfschultes. Ein Rathaus be-
stand bis zum Jahre 1815 nicht, die ganze Verwaltung war klein
beieinander; eine Tragkiste. “Gmeindslad” genannt, faßte sämtliche
Akten und Bücher. In den Pfarrakten kommt bisweilen der Name
“Bürgermeister” vor, damit ist jedoch nicht das Dorf Oberhaupt ge-
meint als vielmehr der “Gemeindepfleger”. Erst in der neueren Zeit
(seit ca. 1933) wurde der Schultheiß in “Bürgermeister” umgetauft,
wie auch die Oberämter in “Kreise” umgewandelt wurden.
       Die Reihe der Schultheißen:
   1) Caspar Wehelin (1559 und 1560 genannt)
   2) Jakob Wehle (1600)
   3) Hans Eystetter (1666 “Altschultheiß”)
   4) Peter Wehle 1666 und 1669 genannt
   5) Johann Eystetter     1678
   6) Peter Wehle    1680 – 1693
   7) Stoffel Dettling der Jung vom oberen Hof (Pflug) 1693-96
   8) Peter Wehle    1696 – 1704
   9) Peter Fritz    1704 – 1706
  10) Josef Klink    1707
  11) Peter Wehle    1718 – 1730
  12) Christoph Dettling vom oberen Hof
  13) Josef Kreidler 1755/56
  14) Johann Dettling vom unteren Hof 1765 (z.Zt. des Kirchenbaues)
  15) Franz Josef Sayer       1773
  16) Martin Steimle Kiefersbauer  1778
  17) Josef Armbruster 1784-87 (z.Zt. der Auflösung d.Roskr.brud.)
  18) Johann Ulrich Klink 1789-94
  19) Johannes Steimle Kiefersbauer  1794-97
  20) Josef Wehle, genannt “Hayberger”  1797
  21) Anton Schäfer 1801
  22) Johannes Wehle  1802
  23) Anton Wehle
  24) Anton Schäfer 1808
  25) Josef Walz 1814
  26) Vinzenz Saier  (     – 1834)   
  27) Lorenz Steimle  1834-36
  28) Johannes Kaupp  1836-37
  29) Lorenz Steimle  1837-38
  30) Johannes Kaupp  1838-1844
  31) Lorenz Jung  1844-49
  32) Martin Schäfer (1849-1880)
  33) Ludwig Saier (1880-1913)  33 Jahre lang!
  34) Hugo Schäfer 1913 – 1920
  35) Anton Kaupp  1920 – 1945
  36) Ludwig   Blaumeiser  1945/46 kommissarisch
  37) Anton Jung (seit 1946 – Jan. 1967)
  38) Siegfried Meinke 1.2.1967 –
  Bei den früheren Bürgermeistern besagt die Jahreszahl, daß sie in
  dem betreffenden Jahre genannt sind. Über ihre Amtszeit ist damit
  nichts gesagt.

Die längste Amtszeit erreichte Schultheiß Ludwig Saier mit 33 Amts-
jahren (1880 – 1913). Schon sein Vorgänger Martin Schäfer hatte eine
lange Regierungszeit zu verzeichnen. Schäfer starb am 9. April 1880,
nachdem er seines Amtes ca. 30 Jahre lang “mit großer Energie und
Gewandtheit gewaltet hatte.” Im Jahre 1871 wurde er mit der silber-
nen Zivilverdienstraedaille ausgezeichnet. Sein Nachfolger Saier konn-
te 1905 sein 25-jähriges Jubiläum als Ortsvorsteher feiern. Pfarrer
Aicher schrieb darüber; “Auf allgemeinen Wunsch der Gemeinde und der
Collegien wollte man auf Gemeindekosten eine Feier veranstalten:
aber der Jubilar lehnte im Interesse und aus Sparsamkeit der Gemeinde
ab. Die Gemeinde ließ es sich aber nicht nehmen, den allgemein ge-
achteten und um das Wohl des Ortes so verdienten Vorsteher eine Ju-
biläumsgabe zu widmen, bestehend in goldener Uhr und Kette im Wert
von 180 Mark. Im darauffolgenden März wurde der gefeierte Schult-
heiß anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät des Königs Wilhelm II.
mit der goldenen Verdienstmedaille dekoriert.” Und Pfarrer Honer
charakterisiert den langjährigen Schultheiß anläßlich seines Todes
am 19. Juni 1913: “Er hat sich viele Verdienste um die Gemeinde er-
worben. Saier war ein Mann von außerordentlicher Willenskraft. Mit
rücksichtsloser Energie setzte er durch, was er für recht hielt.
mit unerbittlicher Strenge strafte er Verstöße gegen die öffentliche
Zucht und Ordnung. Er war gefürchtet von vielen. Seinen religiösen
Pflichten kam Saier gewissenhaft nach. Aus seiner katholischen Über-
zeugung machte er keinen Hehl; auch seine Zugehörigkeit zur Zentrums-
partei bekannte er offen und unerschrocken auch Höhergestellten und
Vorgesetzten gegenüber.” Zur Wahl des neuen Schultheißen Hugo
Schäfer (1913) meint der Chronist; “Der rechte Mann am rechten Platz!”
Unter Schultheiß Anton Kaupp wurde das Schwesternhaus erstellt.
In jüngster Zeit wurde unter Bürgermeister Anton Jung das Gemeinde-
haus (1952) und das Schulgebäude mit Lehrerhaus (1963) erstellt.

Quelle: Hermann Schneider, Heimatbuch, Nachdruck 1997
gescannt: Marc Kreidler, 25.8.2004
Korrektur gelesen: Marc Kreidler, 9.7.2005

§ 7 Das Ortsbild und seine Entwicklung

§  7  Das Ortsbild und seine Entwicklung

Pfarrer Schraivogel beschreibt unser Dorf vor 120 Jahren, als er
1843 die Pfarrchronik anlegt, folgendermassen;
    “Die Markung hat einen Umfang von 3 Stunden, das Dorf von 3/8
Stunden. Der Ort war früher ganz mit Waldungen umgeben, aber wegen
der Zunahme der Bevölkerung wurde der Wald in Felder umgewandelt,
besonders in der Nähe des Dorfes. Die Wege im Pfarrorte sind ziem-
lich gut geordnet und eben, nur ein Weg zu einem Teil des Dorfes,
der auf einer Anhöhe gegen Süden liegt, ist bergig und zur Winters-
zeit wegen Glatteis hart zu gehen und zu fahren. Das Dorf ist nahe
zusammengebaut, liegt nieder, ziemlich eben, nur gegen Süden ist
eine Erhöhung, worauf einige Häuser stehen, aber doch mit dem Ort
einen Zusammenhang bilden. Die Lage ist mittelmäßig angenehm, das
Klima und die Luft etwas rauh, aber doch gesund. Die Fruchtbarkeit
des sonst steinigen Grundes wird durch gutbestellte Landwirtschaft
sehr gehoben. Trinkwasser sehr gut und im Überfluß vorhanden. Die
ökonomischen Verhältnisse der Gemeindepflege sind ziemlich gut.
Auch die Privaten bemühen sich emporzukommen. Sie nähren sich haupt-
sächlich mit Ackerbau und Viehzucht, einige auch mit Gewerben.
Bettelarme gibt es 12 Personen. Die Pfarrgenossen sind im ganzen
arbeitsam, sparsam, gutartig und lenksam.”
      Wenn man von den Höhen des Haldenkreuzes, der Kapelle oder
des Friedhofs auf das Dorf herabschaut, fällt das Straßenkreuz, das
die Dorf Siedlung in 4 Teile teilt, stark ins Auge: in Ost-West-
richtung die Altheimerstraße und Froschgasse und in Süd-Nordrichtung
die beiden aufwärtsführenden Straßen zum Berg und zum Aschenberg.
Dieses Straßenkreuz dürfte wohl die Grundform des Ortes sein. Wo
nun im einzelnen die ältesten Siedlungen sich befanden, ist schwer zu
sagen. Die erste Hof Siedlung dürfte wohl. vor allem auch des Wassers
wegen, der Hof von Pius Wehle sein, dessen einstiger Besitzer jener
erstgenannte Schultheiß Caspar Wehä-in um 1550 herum gewesen war.
Diesem Hof benachbart war der oft erwähnte “obere Hof” (villa su-
perior). welcher den Dettlings gehörte. Unzweifelhaft handelt es
sich hierbei um das Anwesen des heutigen “Pflug”. Ein 2. oberer
Dettling’sche Hof war in der Schafgasse (= Haus von Johann Walz).
Stammhaus der Kaupp. die schon um 1500 genannt sind, dürfte mit
aller Wahrscheinlichkeit das Haus von Konrad Kaupp sein. Ein
weiterer Mittelpunkt war der einstige “Kieferbauershof” (Heute im
Besitz von Pius Steimle). zu diesem Hof gehörten verschiedene Gebäude
in der Schafgasse. Südlich des Baches war es zunächst einmal der
sogenannte “untere Hof” (villa inferior), damals den Dettling gehörig,
heute ist das Anwesen im Besitz von Josef Klink, auf der gleichen
Seite (wo heute der “Hirsch” steht) das Stammhaus der alten Sippe
“Steimle”. unweit davon den Berg aufwärts auf halber Höhe der ehe-
malige große Hof des Paiterbauern als Stammsitz der Jung-familie
(heutiges Anwesen von Monika Wehle). Als letzter Schwerpunkt in der
Froschgasse dürfte das Hof gut des heutigen “Adler” angesehen werden,
das einst einer nunmehr erloschenen Sippe gehörte, kurz später als
Stammsitz der “Fritz” diente.
        Wohl die ältesten Häuser dürften die beiden großen Bauern-
häuser von Pius Wehle und Monika Wehle sein mit ihrer ähnlichen Bau-
weise. Ein sehr hohes Alter weisen sicher auch die Häuser Josef Klink,
Karl Dettling. Pius Steimle. Konrad Kaupp. Konrad Scherrmann, und
das Pfarrhaus, das ungefähr um 1740 neu erbaut wurde, auf.
Die heutigen Hausnummern 1-89 bezeichnen jene Häuser, die vor 1806
gebaut wurden und sagen nichts über das Alter der Gebäude aus. Es
handelt sich um systematische Durchnumerierung, beginnend am dama-
ligen Ortsende (Richtung Altheim) bei Klink, führt über Pflug die
Schafgasse hinab bis Konrad Kaupp und Johann Schäfer, auf der anderen
Seite wieder herauf, rechts weiter hinauf auf den Aschenberg bis
zu Johann Klink und Wilh. Bettau, wieder herab zur Dorfmitte, an-
schließend die Froschgasse bis Adler, auf der anderen Seite wieder zu-
rück, dann den Berg hinauf bis zu Konrad Schäfer und Wussler, herab den
Berg über Bruno Stehle zum Hirsch und endet nach dem Pfarrhaus (Nr. 88)
mit den beiden benachbarten Häusern von Anton und Helmut Schäfer.
Die Häuser mit den Nummern ab 90 sind entsprechend dem Baujahr be-
ziffert, beginnend mit dem Haus von Geometer Schotter (Nr. 90), das
heute wohl 150 Jahre alt sein dürfte. In den alten Pfarrakten ist
noch die ältere Hausnumerierung (vor 1800) vorhanden. Der Verlauf
war ähnlich, die Zahl reichte aber nur bis über 60. So hatte der
“Adler” damals die Hausnummer 19. Monika Wohles Haus mit Zubehör 48-52.
        Alter als 300 Jahre dürfte wohl keines der heute in Grünmett-
stetten stehenden Gebäude sein. zumal bei dem großen Brand im Jahre
1686 28 Gebäude,”fast der ganze Fleck mit Ausnahme der Kürchen”
zerstört wurde (über diesen Brand später Näheres).
        Das Gült-Trägereybuch vom Jahre 1780 ermöglicht eine Zusammen-
stellung der Hofgüter, wie sie vor 200 und 300 Jahren bestanden.
Darnach gab es im Dorf einen l. Reichenbach’sehen Hof (ss Pius Steimle). Gültträger
war seinerzeit Martin und Johann Steimle, dann einen 2. Reichenbach’-
sehen Hof, dessen Träger Hans Ulrich Klink und Vinzenz Saier waren.
Ferner: Kloster Kirchbergerhofs Träger Josef Singer. Zu diesem Hof
gehörten nicht weniger als 6 Häuser in der Froschgasse. Zu Kirchberg
gehörte ferner noch das sogenannte “Gütle” (£s Pfarrhofbauer). Die
 “weiße Sammlung” von Horb (= Dominikanerinnenkloster) hatte 3 Höfe,
darunter den heutigen “Adler”. Die Johanniterkommende in Rexingen hatte
ebenfalls einen Hof, sein Gültträgers Johann Schlotter, jetzt Johann
Kaupp. Weiter ist hier vermerkt: “Dieser Hof ist der Inhabern Erbgut
und der gnädigen Herrschaft Württemberg von der Commende zu Hemmen-
dorf und Rexingen herrührendes rechtes Eigentum”. (Anmerkung des
Verfassers; darum auch 1/4 als Großzehntherr!). Dieser Hof war ur-
 sprünglich ein Teil des Gutes, das der Alpirsbachisch-kniebis-schen
Pflege in Nagold gehörte. Als letztes sei noch das Wehle’sehe Hof gut
genannt, ehemals der Stiftspflege Horb gültig, insgesamt 6 Häuser
umfassend. Träger war Johann Wehle.
         Ganz auffallend ist der häufige Besitzwechsel. Das alte
 Fleckenbuch (s= heutiges Grundbuch) vom Jahre 1600 war längst über-
holt. So wurde 1756 ein neues angelegt. Im Vorwort dazu heißt es:

“Nachdem die Gemeinde vor stehe in dem Horbischen Spitalflecken
Grünmettstetten allhier mehrmalen die Vorstellung getan, daß das
in der Gemeindsladen (Anmerkung des Verfassers: das war das damalige
Rathaus l wie bescheiden 11) vorhandene Fleckenbüchlein de anno 1600
wegen der bis anhero geschehenen vielfältigen Veräußerungen der
Häuser, Hof reuten und deren in ziemlicher Anzahl vorgefallener Ver-
änderungen allerdings nicht mehr zu gebrauchen im Bezug auf die
Gemeindsgefälle möglich sei, dahero die unumgängliche Notdurft er-
fordere. solches ohne Zeitverlust zu renovieren als bei längerem
Verzug zu besorgen, es möchte die anoch vorhandenen alten Bürger,
so dießfalls die beste Nachricht geben können, inmittelst von der
Welt abgefordert werden, folglich zu merklichem Schaden der Gemeinde
die erforderliche Auskunft nicht mehr zu erhalten sei, so wurde vom
Spital amtswegen die Verfügung gemacht, daß solches Geschäft den
28. Nov. 1755 vor die Hand genommen werden solle, welches dann auch
geschehen ist im Beisein des Herrn Deputat! G
eorg Jakob Lederer aus
Horb, als vom Spital amtswegen hiezu abgeordnet Josef Kreidler,
Schultheiß zu Grünmettstetten, Jakob Walz und Jakob Wehle, beide
Fleckendeputierte, auch Josef Wehle und Peter Kreidler von der
Bürgerschaft allda ……”.
      Kurze Übersicht über den Besitzwechsel von 1600- 1750.
In diesen 150 jähren war K1®1811- e^-n dreifacher Wechsel.
      Besitzer 1756:     bisheriger Besitzer:   Besitzer von 1600:
   1) Johann Kreidler    Stoffel Ruoff          Hans Gaßenmichel
   2) Josef Schäfer      Martin Fritz           Ottmar Vogelweid
   3) Johannes Steimle   Johann Kaupp           Jerg Kaupp
   4) Johannes Schäfer   Hans Kimmele           Philipp Kaupp
   5) Josef Kreidler(Schulth) Peter Kreidler    Philipp Kaupp
   6) Anton Fritz        Oswald Scharppf    Jakob Kaupp-Konr. Eberhard
   7) Peter Steimle      Martin Schlotter       Jakob Wölfle
   8) Marx Armbruster    Oswald Scharpf         Konrad Eberhard
   9) Matthäus Kreidler  Jakob Weil             Hans Vogelweid
  10) Josef Glink        Hans  ?
  11) Josef Dettling     Barthel Marquard       Hans Schlotter
  12) Jakob Walz         Hans Eystetter
  13) Jakob Wehle        Hans Merkh             Blasi Steimle
  14) Karl Hopfer (jun.)  Jakob Schorpp          Hans Schindler Schmid
  15) Georg Dettling     Christoph Dettling    Michel Jung
  16) Andreas Faßnacht   Jakob Ruef             Jerg Gesell U.Christ. „
  17) Georg Wehle        Jakob Ruef             Jerg Schlotter u. ” “
  18) Johannes Jung      Hans Jakob Kaupp       Hans Klein
  19) Johannes Dettling  Jakob Dettling
Die Namen der ursprünglichen Besitzer (1600) decken sich vielfach
mit denen aus der Zins- u. Gülterneuerungsliste vom Jahre 1559.

Quelle: Hermann Schneider, Heimatbuch, Nachdruck von 1997
gescannt: Marc Kreidler, 25.8.2004
Korrektur gelesen: —

§ 28 Wie unsere Felder und Leute heißen

§  28  Wie unsere Felder und Leute heißen

Die Flur- und Haus- (vielleicht auch Spitz-)namen

Kommt ein Fremder in den Ort herein und sucht eine Adresse, dann
kann er leicht in die Irre gehen, denn  es gibt wohl eine Altheimer-
straße, aber man sagt “Winkel”, offiziell gibt es eine Tumlinger-
straße, aber sie heißt einfach “Froschgasse”. Jede Straße hat ihren
besonderen Namen, jedes Haus trägt von alters her seine Bezeichnung
und das Feld trägt Namen, die nur der Einheimische versteht.
Fangen wir mal bei den Flurnamen an und machen einen Bummel durch die
Markung. Bei der Altheimer Säge steht der Grenzstein: dort ist der
Hochberg und das Rammentäle, daneben der Wäsinger, rechts von der
Straße sind die Unterwiesen, durch die – nunmehr korrigiert – die
Steinach fließt. Darüber sind die Hanfwiesen und die Maiäcker. Bei
der Weggabelung zum Altheimer Bahnhof ist die Weinbruck (hier gab
es einmal Wein), dahinter das Mönchtal (wohl einst im Besitz des
Klosters), am Ortseingang die Grub (hier wurden allemannische
Reihengräber gefunden). Hinter dem Dorf in Richtung Tumlingen sind
links die Hofäcker (vielleicht einst zum Paiterhof gehörig?), darüber
ist die Kohlgrub mit der neuen Kapelle, dahinter das Büchle, dann
folgt der Birkwasen, der Wirrstall (ursprünglich wohl Burgstall?) und
Margental. Dort endet die Markung gegen Tumlingen. An der Grenze
liegt die Katzenhalde. Zur rechten Seite kommen wir zuerst an den
oberen Wiesen vorbei, dahinter liegt das Bohlland, dann folgt der
Birken. Den Äschenberg weiter gelangen wir ins Haarland u. Linsen-
berg, Lachen, Stauden und Maiental. Auf dem Salzstetter Weg am
Friedhof vorbei sehen wir hinunter in die Waldbrunn, zum Hummelberg,
zum Fichtenwäldle und Burrain. In Richtung Bittelbronn kommen wir
zum Mittelweg, Klingental, links liegt der Schuttplatz im Resp.
Beim Siedlerhof Jung ist das Zollhäusle und das Flachsland, an der
Freudenstädter Staatsstraße der Langenhaag, dahinter Untereichen
und schließlich der Birkwasen. Beim Dettingerweg kommen wir in den
Spitalwald, rechts der Fahrstraße liegt das Ährenbüchle. Vom Halden-
kreuz hinab zum See sind links die Burgäcker, dann die Taläcker und
die Seewiesen. Über der Bahnlinie ist der Dettingerweg und das Hag-
bühl und der Gemeindewald. Beim Bahnwärterhaus liegen die Seiten
und Schlaith.
   Diese Flurnamen sind schon uralt. Man findet sie zum Teil in den
ältesten Schriftstücken.
Ahnlich ist es mit den Haus- bzw. Familiennamen. Im Dorf gibt es
keinen Herrn Schäfer oder Frau Saier! Wer sollte das auch sein, wo
doch das halbe Dorf Schäfer, Saier, Steimle, Wehle oder Kreidler
heißt? Die Hausnamen setzen sich aus den Vornamen von Vater und
Großvater zusammen, wie z.B. “Hugo-Mate”, “Karles-Josefe” und
“Karles-Hannesles” oder “Kilian-Mate” oder “Kasper-Gustel”, “Bolza-
Gustav”, “Piusen-Emil”. Vielfach wird als erste Bezeichnung auch der
Beruf genommen wie z.B. Schreiner-Gustel, Schneider-Mate, Schulzen-
johann, Schützen-Franzel, Schuhmacher-Emil, Küfer-Josefa.
Da es soviele “Martin” gab und noch gibt, so mußte man also genau
unterscheiden. Es seien nur einige “Martins” aufgezählt: Schneider-
Mate, Saier-Mate, Stoffel-Mate, Küfer-Mate, Schulza-Mate, Hugo-Mate,
Schetter-Mate, Weber-Mate, Kilians-Mate. Dann gibt es wiederum Kurz-
namen wie z.B. ” ‘s Bota, Marquarts, Marzelle, Maiers, Jörgles,
Emmäle, Akeles, Strickerles, Gärtners. Früher gab es noch (zum Teil
als Übernamen) Batzebäuerle, Hanseles, Bäuerles, Kanzle, Valentins,
Berg-Antones, Gayschneider, Haiberger, Annahannis und Spielmann.
In den alten Pfarrbüchern ist meist neben dem regulären Namen der
Beiname angegeben (= vulgo Haiberger). Vulgo bedeutet soviel wie
“im Volksmund”.
   Es wäre schade, wenn die alten Haus- und Familiennamen unter-
gehen würden. Das Dorf würde mehr und mehr seine Eigenart verlieren,
wenn neben dem Hauseingang jeweils die Hausglocke und das Täfelchen
des Wohnungsinhabers zu finden wären. In der bisherigen Tradition
war jeweils die ganze Sippe genannt: das Zusammengehörigkeitsgefühl
war viel stärker, heute möchte jedes für sich sein. Bisher war man
eine große Dorf -“Familie”, wo der eine den andern “duzte” und mit
dem Vornamen anredete.

Quelle: Hermann Schneider, Heimatbuch, Nachdruck von 1997
gescant: Marc Kreidler, 25.8.2004
Korrektur gelesen: Marc Kreidler, 9.1.2005

§ 6 Die Dorfgemeinschaft um das Jahr 1550

   Wie groß Grünmettstetten zur Zeit der Reformation war, ist nicht
genau zu sagen. Es dürften wohl 20 – 30 Bürger, d.h. Haushaltungen
gewesen sein. Im Pfarrarchiv befindet sich noch das Original einer
“Erneuerung des Zeins und Gülten so der Heilig und die Kirche zu
Grienemettsteten daselbsten auch außerhalb gefallen hat” aus dem
Jahre 1559. Zwar sind dort nicht alle Bürger aufgeführt, jedoch er-
fahren wir Familiennamen der damaligen Grünmettstetter Einwohner.
Das Schriftstück, das 32 Folioseiten umfaßt, schließt mit folgendem
Passus:”Diese vorgeschriebene Neuerung ist den Zeinspflichtigen
auf Montag nach der heiligen 3 Königtag im Jahr 1565 vor den ehrbarn
und beschaidenen Casper Wehelin. Schulthaißen, Bastion Eystetter,
Jakob Kauppen, Hanßen Staimlin, dem alten, Goll Schlotter. Michel
Jungen, Bernharten Gnann, Jakoben Wolflin und Hanns Schunzen, allen
des Gerichts zu Grünnenmettstetten…. vorgelesen und bekanntlich
gemacht worden….”. In diesem Schriftstück sind ferner genannt;
Hans Gnann. Gasenmichel, Clemens Ganß, Anna Flescherin, Lorenz
Genzlin, Peter Koup, Hans Schmidt. Stefan Birklin, Hans und Philipp
Koup, Michel Wölflin. Von all diesen Familiennamen haben sich bis
heute nur 4 erhalten: Wehle, Kaupp. Steimle, Jung, die somit als die
ältesten Sippen zu betrachten sind.
       Zu dieser alten Urkunde des Pfarrarchivs müssen zum besseren
Verständnis noch einige Bemerkungen gemacht werden betreffs der
“Zeins und Gülten”.
       In der damaligen Zeit hatten die Bauern meist keine eigenen
Güter, sondern hatten ihr Feld als Lehen. Als Entgelt für die Nutz-
nießung mußte an den Grundherrn eine Gült entrichtet werden, für ge-
wöhnlich in Naturalien; war es in Geld, so hieß es Zeins. Man unter-
schied 2 Arten von Abgaben: entweder ein bestimmter Prozentsatz des
Ertrages (das hatte den Vorteil für den Bauern, daß eine Mißernte
nicht bloß den Bauern, sondern auch den Herrn traf, gemäß dem Grund-
satz: “Wir wollen, so uns der Hagel schlägt, daß er auch unsern Herrn
schlug l”). Bisweilen waren es 1/3 oder sogar die Hälfte des Ertrages.
Die 2. Art der Abgabe war, daß man jährlich  die gleiche Menge ab-
liefern mußte. Diese letzte Art finden wir hier oft, vor allem bei
den kleineren Grundstücken.
       Die Gülte an den Grundherrn war aber nicht die einzige Belastung
des Hofes, so wenig wie heute der Pachtzins. Dazu kamen vor allem
noch die Leistungen an den Landesherrn. Steuern. Dienste und die
sogenannte “Schätzung” (= außerordentliche Abgaben). Ferner lastete
auf den Gütern noch der große Zehnte von Getreide und der kleine
Zehnte, der gewöhnlich dem Pfarrer als Besoldung zustand. Das blieb
so bis in die 40-iger Jahre des letzten Jahrhunderts, wo die Zehnten
schrittweise abgelöst wurden. Bis zu dieser Zeit gab es in unserer
Gemeinde noch die Zehntscheuer (später umgebautes Wohnhaus von Lorenz
Steimle neben der Pfarrscheuer). Mit der Auflösung der Allmende
zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen die meisten Felder in den Eigen-
besitz der Bauern.
       Als Stibalort stand Grünmettstetten unter der Verwaltung des
Spitals. Bis zum Jahre 1751 wurden die Spitalflecken von 2 Bürger-
meistern der Stadt und 2 Spitalpflegern verwaltet. Alle 2 Monate
hielten diese Vorgesetzten im Orte Amtstage ab, bei welchen über
Aufnahme und Entlassung von Bürgern verhandelt und Streitigkeiten
entschieden wurden. Mit dem Jahre 1751 gab es eine grundlegende
Änderung in dem Verwaltungsapparat. Bisher waren die Pfleger jährlich
neu gewählt worden. Von jetzt ab wurde als Aufsichtsbehörde für das
gesamte Stadtwesen und damit auch für den Spital die sogenannte
Deputation aufgestellt. Jedes Dorf stellte dazu 2 “Deputat!” (= Ab-
geordnete). Diese Bezeichnung findet sich oft in den Pfarrbüchern.

 Neben diesen Abgeordneten gab es noch die “Judices” (=Richter). eine
 Art Beisitzer beim sogenannten Dorf- und Vogtgericht (= Schöffen).
        In den einzelnen Spitalorten amtierte der Schultheiß, der vom
 Spital ernannt wurde. Als ältester Schultheiß ist in den Pfarrakten
 Caspar Wehelin (1559) genannt, der wohl als der gemeinsame Stamm-
 vater sämtlicher Wehle-Familien anzusehen ist (vgl. Familien-Geschichte)
 Nach den Protokollen scheint Macht und Recht des Schultheißen darauf
 beschränkt gewesen zu sein, über die  Ausführung der geltenden Ge-
 setze und Anordnungen zu wachen und Verfehlungen beim Spitalamt zur
 Anzeige zu bringen. Leider ist die Vogtgerichtsordnung für Grün-
 mettstetten nicht mehr vorhanden. Altheim besitzt noch eine aus der
 Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Großen und Ganzen waren alle wohl
 gleich. Im folgenden soll nun einiges aus der Dorf Ordnung von einst
 skizziert werden.
        Die niedere Gerichtsbarkeit übte der Spital aus. Neben dem
 vom Spital bestellten Schultheißen gab es noch einen “Hatschier”
 (= Polizeidiener). Er war für alle 3 Orte Salzstetten. Altheim und
 Grünmettstetten zuständig und mußte auf die Bettler und auf sonstige
 verdächtige Personen sein Augenmerk richten. Seine Aufgabe war es
 auch, die Vorladungen zum Gericht und zu den Amtstagen zu machen.
 Als Jahreslohn erhielt der Hatschier 60 fl.,von denen Grünemettstetten
 15 fl aufzubringen hatte. Alle 3 Jahre wurde das Dorfgericht oder
 Vogtgericht gehalten. Für einen solchen Anlaß mußten alle Bürger
 sich versammeln, denen dann die Dorf” oder Vogtordnung vorgelesen
wurde. Der Gerichtstag wurde mit Glockengeläut verkündet. Jeder Un-
 tertan war bei Strafe zum sofortigen Erscheinen verpflichtet. Wer
unerlaubt fernblieb, bezahlte 2 fl. Strafe.
        Ein ganz wichtiger Punkt war das Bürgerrecht. Wer sich “bürger-
 lich” (= als Bürger) im Dorfe niederlassen wollte, konnte das nur mit
Genehmigung des Spitals tun und mußte bei Annahme das sogenannte
Bürgergeld zahlen, sowohl an den Spital wie auch an den Spitalort.
 Im Grünmettstetter Fleckenbuch  vom Jahre 1756 (Rathausregistratur)
steht darüber zu lesen; “Anno 1717 ist von der löblichen Gemeind
beschlossen worden, daß ein jeder Ausländische (= Auswärtige), der
sich hereinverheiraten will, so zahlt er nit weniger als 100 fl.
Bürgergeld und einem jeden Bürger l Maß Wein und 2 kr. Brot und
einen Feuereimer. Wenn ein Weibsbild sich sollte hereinverheiraten,
so soll sie zum Bürgergeld geben 50 fl und einem jeden Bürger
1/2 Maß Wein und l kr. Brot.” Bei einer Gesamtzahl von ca. 50 Bürgern
verursachte der Bürgertrunk ein hübsches Loch im Geldsäckel des
Neubürgers. Zog ein Bürger aus dem Ort fort. so mußte er als Ab-
zugsgeld 10 % von seinem ganzen Vermögen bezahlen. Im Jahre 1755
z.B. bezahlte eine Braut mit 300 fl Vermögen, weil sie nach aus-
wärts heiratete, 30 fl. Diejenigen, die nicht Bürger waren, aber die
Erlaubnis erhielten, sich im Dorf aufzuhalten und zu wohnen, wurden
Beisassen (Beisäßer) oder Hintersassen genannt und bezahlten jähr-
lich eine bestimmte Summe als Beisaßgebühr (etwa l – 2 fl). In den
alten Familienregistern ist jeweils angegeben, ob Bürger oder Bei-
sasse. So war ein gewisser Stefan Reichert, Ziegier an der See-
straße, Hintersaß, ebenso der Zigeuner Sebastian Reinhard, der hier
am 20. Januar 1777 geboren und getauft wurde.
       All diese Verordnungen und Einrichtungen hatten den Zweck,
eine Verarmung der Einwohner zu verhindern. Die Nachteile, die sich
daraus ergaben, dürf
ten aber von den Vorteilen überboten worden sein.
Ja, selbst zum Heiraten war die Erlaubnis des Spitalamtes notwendig.
Es ist öfters vorgekommen, daß der Spital einen Strich durch die
Rechnung gemacht hat, wenn die Brautleute nicht ein bestimmtes Ver-
mögen vorweisen konnten. In den Akten heißt es wiederholt; “sie sol-
len solange warten, bis sie noch mehr erspart haben”. Zudem mußte
ein vollständiges Verzeichnis des Heiratsgutes vorgelegt werden.
       Es folgt nun ein solcher Nachweis des Heiratsgutes (aufbewahrt
in der Registratur des Rathauses) vom 9. Febr. 1808 für die Brautleute
Josef Jung und Legata Steimle:

      Josef Jung, neu angehenden Bürgers und Bauern dahier u. seines
 Eheweibs Legata Steimle, des Josef Steimle Bürger u. Bauers dahier
 eheliche Tochter, zusammengebrachtes Vermögen.
 Des Manns Beibringen besteht in;
 l Haus mit Schildwirth-gerechtigkeit(gemeint das Haus von Monika
 Wehle) nebst Scheuer Gärten, Acker usw., l angeschirrtes Pferd,
 l zweispänniger Wagen samt Geschirr. Eggen, Pflug, 2 Kuh samt einem
 Kalb. l Dunggabel, l Heugabel, l Axt. l Beil usw.. die Hälfte an
 der aldseeg, 2 Pflegel, 3 Sieb, l Wann, 2 Rechen. 2 Sensen, l Trog,
 l ganzer Bettüberzug, 4 Fruchtsäck, l Waschgölt, l Kessel, l Pfann,
 Gesamtwert 1600 fl. Hievon geht ab als Heiratsgut 500 fl. die übrig
 Summe ist den Eltern hinauszubezahlen.
 Bargeld: 166 fl. An aigenen Mannskleidern: l dunkelblauer Rock,
 l paar led. Hosen, l Hut, 6 Hemdter, l Brusttuch, l seid. Halsschal,
 6 P. Strümpfe, l P. Schuhe: Summarum Manns Allati: 683 fl 40 kr.
 Des Weibs Allatum besteht in;
 baar Geld 800 fl., an Weibskleider: l schwarzer Zeug-Rock, l blauer
 Rock, 2 Hauben, l Hemt, l P. Schuhe, l P. Ärmel, l Brust, l Flor.
 l P. Strumpf. 5 Röcke, 4 Schürze, 2 P. Ärmel, 3 Goller, 2 Brüsten,
 5 Hemter, an Bettzeug usw. ….
 Summarum Weibs Allati: 939 fl 53 kr.
 Summarum beider Eheleuten Beibringen: 1623 fl 33 kr.
 Als Inventarrichter unterzeichnen: Antoni Schäfer. Schultheiß.
 Martin Lutz und Josef Walz. die Braut unterzeichnet mit den bekannten
 3 Kreuzen (schreibunkundig!). Für dieses Inventar mußte bezahlt werden:
 dem Ratschreiber l 1/2 Tag und Material 3 fl 37 kr, dem Schultheiß
 30 kr, den beiden anderen Beisitzern je 24 kr und dem Schütz 12 kr,
 insgesamt 5 fl 35 kr. (Dieser junge Ehemann war also gut situiert,
war also nicht auf den “Hochzeitsbettel” angewiesen wie die, die durch
 ihre Hochzeitsschenke das verlangte Minimum an Vermögen zusammen-
bringen mußten).
      Auch die Ausübung eines Handwerks, besonders des Wirtschafts-
betriebes, unterlag der Erlaubnis des Spitals. Wie scharf gegen einen
Verstoß der “Gewerbeordnung” vorgegangen wurde, zeigt eine kleine
Episode aus der Zeit der Einquartierung im Jahre 1720; im Februar
dieses Jahres hatte Peter Dettling von Grünmettstetten bei dem
letzten Harrach-isehen Durchmarsch in “loco Mettstetten” ein Cegel
Wein unter die mit Soldaten sehr belegten Bürger mäßweise für Geld
ausgezapft, aber kein Umqeld (= Umsatz- und Getränkesteuer) bezahlt.
Dafür strafte ihn das kaiserliche Amt in Horb mit 2 fl. Dagegen ward
im Namen des Spitals als Exekutors der niederen Gerichtsbarkeit pro-
testiert: der Spital sei Vogtherr und habe zu strafen, der Bauer sei
arm, unschuldig und habe nur gezwungen ausgeholfen, die gnädige Herr-
schaft habe erst seit 30 Jahren das Recht an sich gezogen, während
des 30-jährigen Krieges sei so etwas überall vorgekommen und alles
frei gelassen worden. Wenn der Bauer überhaupt strafbar sei, so gehöre
die Strafe dem Spital als Vogtherr, dieser hoffe, das Umgeld wieder
zu erlangen. Hierüber bitte der Spital um ein rechtliches Gutachten
in Tübingen bei Konsul Schickart. Ritterschaftlicher Syndikus und bei
der Juristenfakultät (nebenbei sei bemerkt, daß das Gutachten nur (!)
17 fl 10 kr kostete). (Vgl. Holl: Geschichtliche Notizen).
     Nicht selten gab es auch Streit und Händel mit den Nachbar-
gemeinden, vor allem wegen der Weide und der Wege. So kam es am
14. Jan. 1500 zu einem Vergleich zwischen Grünmettstetten und den
Gemeinden Tumlingen und Herrschweiler in Betreff der Zufahrt und des
Viehtriebs. Es wurden 15 Steine gesetzt. Auch mit Bittelbronn gab es
Streitigkeiten wegen “Weide. Trieb und Trab”, die dann am Montag nach
Trinitatis des Jahres 1598 beigelegt wurden. Der Vergleich wurde getätigt
durch Hans Veit von Wernau (für Bittelbronn) und Bürgermeister Martin
Volz und Hans Adam Lindacher, Spitalpfleger in Horb (für Grünmettstetten).
Aus dieser Urkunde ist ersichtlich, daß der Schultheiß des Dorfes eine
nur ganz untergeordnete Stellung einnahm und die Gemeinde nicht zu
vertreten hatte.

Solches war die Aufgabe und das Recht der Spitalpfleger bzw. des
Horber Magistrats. Und diese Herren schauten schon darauf, daß immer
Ordnung und Sitte herrschten. Wer was verbrochen hatte, der wurde
verknaxt. Meist waren es Geldstrafen, das sogenannte”Frevelgeld”,
doch waren auch die Freiheitsstrafen nicht selten. Man kam in den
“Turm” (= Gefängnis) oder ins Narrenhäusle (= Arrest), oder man wurde
zu Schanzarbeiten verurteilt; bisweilen gab es auch körperliche
Züchtigung. Bei Sittlichkeitsdelikten mußten vielfach die Verurteilten
unter die Kirchentür stehen, die Mädchen und Frauen mit einem strohernen
Kranz, die Männer mit einem strohernen Degen (als Zeichen ihrer “Rit-
terlichkeit”). Andere mußten wegen gleicher Vergehen verschiedene
Sonntags mit diesen Insignien vor dem Altar stehen. Pfarrer Döser hat
in seiner “Geschichte des Horber Spitals” eine Reihe von Bestrafungen
angeführt, die zum Teil hier in Grünmettstetten, zum Teil in den ändern
Spitalorten verhängt wurden. So wurden die ledigen Burschen von Grün-
mettstetten wegen unerlaubten Tanzens zu 3 fl verurteilt, dazu der
Schultheiß, weil er ohne Wissen der Obrigkeit das Spielen erlaubt
hatte, mit l Pfd 38 kr bestraft. Ein anderer mußte 1680 2 fl Strafe
zahlen, weil er den Schultheißen “gedauzt” hatte. Woanders wurde
1770 eine Frauensperson wegen wiederholter Unzucht zu 3-maligem
Stehen unter der Kirchentüre mit einem Strohkranz auf dem Kopfe und
zu 3-jähriger Verweisung aus dem Herrschaftsgebiet verurteilt. Im
Jahre 1778 mußten wegen Ehebruchs ein Mann und eine Frau 3 Sonntage
lang mit schwarzen brennenden Kerzen vor der Kirchtüre stehen mit
einem Schild folgenden Inhalts: “Mir zu Schand, ändern zur Warnung”.
Wegen leichtsinnigen Benehmens mußten einige Mädchen und Frauen
für 2 Tage ins Narrenhäusle. Diese paar Beispiele mögen genügen.
Sie beweisen, daß man vor 200 Jahren noch nicht so “human” war wie
heute.
     Wie schon früher kurz bemerkt, waren die Bauern zu verschiedenen
Steuern und Abgaben verpflichtet. Die Besitzer von Gütern mit Haus
und Hof bezahlten an den Spital eine Steuer in Geld. Nach dem Lager-
buch von 1768 betrug sie für Grünmettstetten 1-2 1/2 fl für den
einzelnen. Ferner war zu reichen von jedem Rauch (Feuerstelle)
jährlich 2 Viertel Vogt- oder Rauchhaber. Diese Abgabe sollte vor
allem Ausdruck ihrer Abhängigkeit und Anerkennung der Gerichtsbarkeit
sein, ähnlich der jährlich abzuliefernden Fastnachts- und Grashühner.
In einer Urkunde von 1614 heißt es: “Es werden von einer Hofstatt
auf die Fastnacht eine Henne und auf  den Herbst ein Grashühnlein
Vogtrecht gegeben.” In der Überschrift wird diese Abgabe als die
“Spitalische Ehegemächt” bezeichnet. Im “Heller-Zinsbuch” von anno
1666, das sich im Spitalarchiv befindet, mußten insgesamt 35 Fast-
nachtshennen und 37
Grashühnlein abgeliefert werden. Die Pflichtigen
waren: Martin Steimle, Hans Daiber, Hans Merkt, Hans Weil bei dem
Bronnen, Oswald Scharpff, Martin Schlotter, Stoffel Ruef, Jakob
Kreidler, Martin Fritz, Stoffel u. Jakob Dettling. Hans Kaupp, Hans
Eystetter Altschultheiß. Jakob Walz Küfer, Hans Steimblin, Jakob u.
Hans Kaupp, Hans Schlotter, Martin Schlotter Schmid, Jakob Schorpp
Beck, Jakob Merkt, Hans Klein, Jakob Vogel Taglöhner. Caspar Hetzen,
Jakob Ruof, Hans Jung, Mattheis Raiber Zimmennann, Wwe. Jakob Kaupp,
Stoffel Kaupp, Hans Wehelin der Schaufler. Bei Peter Wehle Schultheiß
ist bemerkt: “Ist davon amtswegen befreit”.
      Auch Frondienste für den Spital waren zu leisten (z.B. Fuhren
für den Spital, Beihilfe in Heuet u. Ernte), die Holzfron war sehr
häufig. In einem Bericht von 1750 wird im Hinblick auf die Fron gesagt,
“sie sei keine Fron im eigentlichen Sinn gewesen, weil die Untertanen
volle Kost nebst Brot und Wein erhalten, zudem jeder im Herbst und
Öhrndet täglich 8 kr und die Habermähder 18 kr erhalten, die ganze
Last sei. daß sie, wenn sie zur Fron geboten werden, eben ihre eigene
Arbeit hintanlegen müssen”.
      Familiengeschichtlich ist obige Aufzählung interessant. Zu
dieser Zeit gab es hier weder Schäfer- noch Saier-familien.

  In der Registratur auf dem Grünmettstetter Rathaus befindet sich
eine “Feldbeschreibung über den Flecken Grönemststäten. so im
Anno 1718 durch den Fürstl. Königl. Feldtmesser Mathias Thanner
abgemessen und volgender gestalten beschrieben worden”. In dieser
Schrift sind die Bürger nach der Größe ihres Besitzes aufgeführt.
So mußte als Nummer l Peter Wehle. Schultheiß, mit seinen 79 Jauchert
Feld an Gült geben: jährlich 12 Mälterle Veesen. 4 Mälterle Roggen,
9 Mälterle Haber und an Zins: l fl 14 bz l kr.
Der Großzehnte von Grünmettstetten teilte sich auf:
1/4 die Kellerey Freudenstadt (= Herzog von Württemberg), 1/4 Baron
von Landsee, 1/4 die Kommende von Rexingen, je 1/8 Baron von
Stauffenberg zu Baisingen und das Gotteshausspital zu Horb, nach
1806 erhielt die Königl. KameralVerwaltung Horb 6/8, Stauffenberg
und Spital je 1/8.

§ 5 Grünmettstetten wird Spitalort (1404) und 1552

  Schon der Güterverkauf aus den Jahren 1385-1402 läßt schließen,
daß die Herren von Bellenstein kein allzu großes Interesse an ihrem
Grünmettstetter Besitz zeigten. Der Schlußstrich unter die Bellen-
stein’sehe Grundherrschaft wurde vollends im Jahre 1404 gezogen,
als sie die nördliche Hälfte des Dorfes nach Horb an den Spital
verkauften. Man ahnte wohl damals noch nicht, welche Folgen dieser
Übergang hatte (vergleiche später “Reformation”). Am Dienstag
nach St. Luzei (16. Dez.) des Jahres 1404 verkauften Kontz von Bel-
lenstein und Anna von Boßenstein, seine Frau, den Spitä-pflegern
zu Horb die Hälfte vo^. Grünmettstetten jenseits des Baches gelegen
um 267 Pfund Heller. Als Bürgen bei diesem Kaufvertrag sind genannt:
Hug und Hans von Bellenstein, Peter sen. und jun. von Dettlingen,
Heinz von Lichtenfels u.a.m..
          Dieser Kauf hatte noch ein langes Nachspiel gehabt. Erst im
Jahre 1465 (also 61 Jahre später) fand der Streit sein Ende.
Nach dem Tod ihres Mannes hatte Anna von Boßenstein erklärt, der
Spita’ von Horb habe mit Unrecht den halben Teil von Grünmettstetten
an sich gebracht. Am 15. Jan. 1415 erschien sie vor dem Hofgericht
in Rottweil u. erklärte: “der betreffende Kaufbrief sei nichtig,_
ihr Mann, der ein “harter Mann” gewesen sei, habe das Dorf, das ihre
Morgengabe gewesen sei, ohne ihr Wissen und unter Mißbrauch ihres
Siegels verkauft”. Sofort wurden die Bürgen und Zeugen vernommen.
Am 21. Jan. desselben Jahres, am Guten Tag vor Pauli Bekehrung, beken-
nen Peter von Dettlingen, Anna u. Dyem von Lichtenfels, daß sie Bür-
gen geworden seien, als Contz selig u. seine Frau Anna die Hälfte
von Grünmettstetten an den Spital verkauft haben. Doch die Witwe
gab nicht nach. Jetzt müssen ihre beiden Töchter gegen St?dt und
 Spital von Horb klagen, doch am 20. Nov. 1415, am Mittwoch nach
Othmarstag, entscheiden Schultheiß und Gericht zu Dornstetten, daß
man die Stadt im Besitz von Grünmettstetten lasse. Tags darauf ver-
 zichten die beiden Töchter Anna und Katharina samt ihren Ehemännern
Konrad Wagger und Brunhans gegenüber dem Spital auf ihre Rechte, die
 sie meinten zu haben an dem halben Dorfe Grünmettstetten.  – Aber
 auch dieser Schiedspruch und Verzicht brachte keine Ruhe, im Gegen-
 teil, es wurden immer weitere Kreise hineinverwickelt. Wahrschein-
 lich waren es die Boßensteiner, die nicht nachgeben wollten. Am
 29. Aug. 1452 entschieden Bürgermeister und kleiner Rat der Stadt
 Rottweil den Streit zwischen Konrad Keller zu Schaffhausen und
 seinem Bruder Peterhansen zu Ortenburg einerseits und dem Spital
 Horb (vertreten durch Spitalpfleger Benz Hüller und Hans Homer)
 andererseits wegen des Verkaufs von Grünmettstetten zugunsten des
 Spitals. Die Kläger hatten behauptet, nächster Erbe sei ihr Vetter
 gewesen. Hans Jorer zu Gengenbach, Peter Bellensteins Tochtermann.

 Verhandlungen zu Oberndorf, Freiburg und Gengenbach waren vorausge-
 gangen. Selbst bis nach Zürich hat der Streit seinen Weg gefunden.
 Am 17. Jan. 1465 bekunden Heinrich Swend, Ritter, und Cunrat von
 Oham, Stadtschreiber der Stadt Zürich, den Richtbrief in dem Streit
 zwischen Cunrat Wittinger, Spitalpfleger zu Horb, Cunrat Keller von
 Schaffhausen sowie Peterhans von Ortenburg, wegen des halben Dorfes
 Grünmettstetten. Wiederum fiel das Urteil zugunsten des Spitals aus.
 Unterm 2. Mai d.J. beurkunden Bürgermeister und Räte  der Stadt
 Zürich, daß sie auf Bitten des Heinrich Swend, Ritters und Ratsge-
 sellen, und Cunrat von Oham zu Zürich und auf Begehren des Bürger-
meisters und Rats zu Horb den Richtbrief mit ihrem Stadtsiegel zu
 einem wahren Zeugnis und Urkund versehen haben. – Endlich am
 4. Mai 1465 kam es zum Vergleichs Konrad Keller und Peterhans von
Ortenburg verzichten auf alle Ansprüche an den Spital wegen der
Hälfte von Grünmettstetten.
    Wie ganz anders, ohne Streit und zum Teil auch ohne Geld, wurden
die beiden ändern Spitalorte Altheim und Salzstetten vom Spital er-
worben (siehe schon oben). Nach ihrer Wiederverheiratung hatte
 Ita von Toggenburg erneut durch eine Urkunde vom 22. April 1393
das Dorf Altheim dem Spital als sicheren, unanfechtbaren Besitz als
 “völlig eigen” geschenkt. Ebenso ging durch Schenkung die Hälfte
Salzstettens in den Besitz des Spitals über, die 2. Hälfte durch
Kauf am 24. Juni 1663. Georg Wilhelm Thumb von Neuburg erhielt vom
Spital die Kauf summe von 18085 fl„. Der 4. Spitalort Ihlin^en wurde
1470 von den 3 Brüdern Diebolä, Burkardt und Wolf von Ehingen für
1776 fl vom Horber Spital erkauft. Nach diesem kleinen Exkurs
zurück zu Grünmettstetten.
     Nachdem der Spital im Besitz der einen Hälfte von Grünmettstetten
war, hatte er wohl das Bestreben, auch die andere Hälfte, dieseits
des Baches gelegen (südlich) zu erwerben. Diesen Teil hatte der
Dyem von Dettlingen durch verschiedene Kaufverträge an sich gebracht.
Im Jahre 1552 nun verkaufte Hans Reinhard von Dettlingen seinen
Teil von Grünmettstetten um 970 fl an den Spital. Als schließlich
1568 Hieronymus Beth, Bürger zu Horb, an den Spitalpfleger
Hans Finuntz und August Glieg bzw.an die Spitalpfründe zu Grün-
mettstetten  ein Gült von 2 1/2 fl um 50 fl Hauptgut, die seiner
Frau Elisabeth Helber 1547 zufielen, verkaufte, und Johann Glieg,
Bürger und Gas.thalter zur Krone in Horb, am 10. April 1600 an den
Spitalpfleger Johann Leonhard Hettinger unr3 Hans Adam Lindacher
eine Gült. die ihm Ottmar Vogelweid von Mettstetten zu zahlen hatte,
abtrat, da war wohl das Werk vollendet s Grünmettstetten war voller
Spitalfleck geworden, sicherlich zum Segen des Dorfes, zumal sich
eben zu diesen Zeiten die Glaubensspaltung anbahnte und viele der
ehemaligen Grundherren zur neuen Lehre abfielen. Grünmettstetten
war so als Spitalort dem alten Glauben erhalten geblieben. Auch in
sozialer Hinsicht war wohl der Anschluß an Horb kein Unglück. Wäh-
rend es ringsum in den Dörfern im Bauernkrieg zu Aufständen kam,
scheint es in Grünmettstetten ruhig geblieben zu sein. Schon 1514
hatten einige Bauern von Dießen, Dettlingen und Bittelbronn am Auf-
stand des sogenannten Armen Konrad teilgenommen, mußten aber dann
schwören, an keinem Aufstand mehr teilzunehmen; sie mußten ihrem
Vogtherrn, Haug Werner und Hans von Ehingen huldigen und versprechen,
die ihnen zuerkannten Geldstrafen in 3 Jahreszielern zu bezahlen.
Doch schon 1525 erscheinen die Bauern alle wieder vor dem Diessener
Schloß, erstürmten u. zerstörten es. 61 Bauern sind namentlich in den
Akten festgehalten: 30 von Dießen, 11 von Dettlingen, 13 von Bittel-
bronn. Ob    bei den restlichen 7 auch einige von Grünmettstetten
dabei waren, ist wohl nicht anzunehmen.