30 Jahre überwiegend in Harmonie

30 Jahre überwiegend in Harmonie

Grünmettstetter Musikverein feiert kommenden Samstag seinen runden Geburtstag

GRÜNMETTSTETTEN (ik). Der Musikverein „Harmonie“ feiert am 4. September seinen 30. Geburtstag. Musik aber spielte in Grünmettstetten schon vor dem 3. Mai 1974, dem offiziellen Gründungstag der „Harmonie“, eine wichtige Rolle.

Blaesergruppe 1975

Die Bläsergruppe Grünmettstetten bei ihrem Gründungsfest 1975 – kommenden Samstag feiern die Musiker den 30. Geburtstag ihres Vereins. Privatbilder

Akkordeongruppe 1975

Das Akkordeonorchester Grünmettstetten beim Gründungsfest 1975 – später gingen Akkordeonspieler und Musiker dann wieder getrennte Wege.
 

Schon 1920, so erzählt der heutige Vorsitzende Georg Jung, gab‘s in Grünmettstetten fünf Musiker, die sich auf Anregung des damals noch bestehenden Kriegervereins bereit erklärten, das Spielen eines Blechblasinstruments zu lernen. Allerdings mussten Anton Gäckle, Eusebius Kreidler, Johann Stehle, Otto Waldmann und Melchior Walz die Instrumente damals selbst finanzieren. Alsbald aber waren sie und ihre Tanzmusik, die sie spielten, bei festlichen Anlässen wie etwa Hochzeiten nicht mehr wegzudenken.

Trotz der großen Nachfrage gaben die fünf Grünmettstetter die Musik wieder auf. „So blieb nichts mehr von jenen ersten Versuchen, einen Verein zu gründen, übrig“, so Jung. 50 Jahre später erst sollten sich einige Grünmettstetter erneut zusammen tun, um gemeinsam zu musizieren. Diese 25 angehenden Musiker hatten jedoch nicht die Blasmusik im Sinn, sondern wollten unter der Leitung von Musikdirektor Kurt Zepperitz lernen, Akkordeon und Gitarre zu spielen.

„Doch der Wunsch nach einer Blaskapelle im Ort ging den Mettstettern nicht aus den Köpfen“, erklärt Jung. Und so machte sich Josef Schäfer 1974 auf die Suche nach angehenden Musikern und einem Dirigenten. Schon am 3. Mai 1974 beriefen die Bläser eine Versammlung ein und gründeten einen Verein, den Musikverein „Harmonie“ Grünmettstetten. Erster Vorsitzender: Ludwig Wehle. Erstes Ziel: Instrumente beschaffen. Doch ohne Moos nix los. Und so startete der Verein einen Spendenaufruf, leitete eine Haussammlung in die Wege, nahm zwei Darlehen auf.

Alfons Scherrmann, der Dirigent des jungen Vereins, übte fleißig mit den frisch gebackenen Bläsern. Und so hatte die noch recht junge Mannschaft bereits im Oktober 1974 ihren ersten Auftritt. Ein Jahr lang musizierten Bläser und Akkordeonspieler getrennt von einander, erst im Januar 1975 schlossen sie sich zu einem gemeinsamen Verein zusammen und konnten 1977 Erwin Schröter als neuen Dirigenten gewinnen. Die traute Zweisamkeit der beiden Musikkapellen sollte jedoch nicht von langer Dauer sein. Immer wieder kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Musikern, so dass sich das Akkordeonorchester 1987 wieder von der Blaskapelle trennte.

„Heute, nach 17 Jahren“, so Georg Jung, „ist es aus meiner Sicht – schon allein auf Grund unterschiedlicher Musikrichtungen – die richtige Entscheidung gewesen“. Auch wenn die Trennung Nerven aufreibend und für den ein oder anderen schmerzlich war. Schließlich hatten die Musiker auch gute Zeiten miteinander erlebt. Man mag sich hier nur an das viertägige Fest erinnern, das der Verein 1984 anlässlich seines zehnjährigen Bestehens feierte. Ein Jahr zuvor gab es erstmals einen Vorstandswechsel im Verein. Nach neun Jahren übergab Ludwig Wehle den Vorsitz an Richard Saier.

1988, ein Jahr nach der Trennung, wurden nach rund 14 Jahren einheitliche Uniform angeschafft. „Ein Meilenstein in der Geschichte des Musikvereins“, sagt Jung und erinnert an den großen Volksmusikabend, an dem die Musiker die neue Uniform erstmals präsentierten – und natürlich auch feierten.

Das nächste große Fest, der 20. Geburtstag der „Harmonie“ wurde im September 1994 ausgiebig gefeiert. Erwin Schröter nutzte den Anlass, um den Dirigentenstab nach 18 Jahren in die Hände von Michael Johner zu geben. Der knüpfte die Kontakte zu den Musikern aus Melchiorshausen bei Bremen, mit denen die Grünmettstetter auch heute noch verbunden sind. Ebenso wie zum Fanfarenzug Laurrissa aus Lorsch, mit dem die Musiker seit dem Gründungsfest 1976 eine enge Freundschaft verbindet. Michael Johner war es auch, der den Musikverein im Herbst 1996 erstmals auch zum Gesang führte und unter dessen Regie der Verein 1999 die erste CD, den „Kleeblatt-Sound“, aufnahm.

In den Jahren 2000 bis 2002 dirigierte Rolf Wichert den Musikverein, seit zwei Jahren schwingt Ulrich Schnaidt den Dirigentenstab. Auch im Vorstand gab‘s Veränderungen: 1993 gab Richard Saier den Vorsitz an seinen Bruder Walter ab, von 2000 bis 2004 führte Ferdinand Singer den Verein. Seit 2004 teilen sich zwei gleich berechtigte Vorsitzende den Posten: Jürgen Kreidler und Georg Jung. Heute zählt der Verein insgesamt 137 Mitglieder, von denen 30 in der Stammkapelle spielen.

Im Vereinssaal des Musikvereins beim Festplatz feiert die „Harmonie“ am 4. September ihren 30. Geburtstag. Neben zahlreichen Grußworten stehen auch Ehrungen treuer Vereinsmitglieder auf dem Programm. Zur Unterhaltung der Gäste spielen die Grünmettstetter Musiker selbst auf.

Quelle: www.neckar-chronik.de

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