§ 6 Die Dorfgemeinschaft um das Jahr 1550

   Wie groß Grünmettstetten zur Zeit der Reformation war, ist nicht
genau zu sagen. Es dürften wohl 20 – 30 Bürger, d.h. Haushaltungen
gewesen sein. Im Pfarrarchiv befindet sich noch das Original einer
“Erneuerung des Zeins und Gülten so der Heilig und die Kirche zu
Grienemettsteten daselbsten auch außerhalb gefallen hat” aus dem
Jahre 1559. Zwar sind dort nicht alle Bürger aufgeführt, jedoch er-
fahren wir Familiennamen der damaligen Grünmettstetter Einwohner.
Das Schriftstück, das 32 Folioseiten umfaßt, schließt mit folgendem
Passus:”Diese vorgeschriebene Neuerung ist den Zeinspflichtigen
auf Montag nach der heiligen 3 Königtag im Jahr 1565 vor den ehrbarn
und beschaidenen Casper Wehelin. Schulthaißen, Bastion Eystetter,
Jakob Kauppen, Hanßen Staimlin, dem alten, Goll Schlotter. Michel
Jungen, Bernharten Gnann, Jakoben Wolflin und Hanns Schunzen, allen
des Gerichts zu Grünnenmettstetten…. vorgelesen und bekanntlich
gemacht worden….”. In diesem Schriftstück sind ferner genannt;
Hans Gnann. Gasenmichel, Clemens Ganß, Anna Flescherin, Lorenz
Genzlin, Peter Koup, Hans Schmidt. Stefan Birklin, Hans und Philipp
Koup, Michel Wölflin. Von all diesen Familiennamen haben sich bis
heute nur 4 erhalten: Wehle, Kaupp. Steimle, Jung, die somit als die
ältesten Sippen zu betrachten sind.
       Zu dieser alten Urkunde des Pfarrarchivs müssen zum besseren
Verständnis noch einige Bemerkungen gemacht werden betreffs der
“Zeins und Gülten”.
       In der damaligen Zeit hatten die Bauern meist keine eigenen
Güter, sondern hatten ihr Feld als Lehen. Als Entgelt für die Nutz-
nießung mußte an den Grundherrn eine Gült entrichtet werden, für ge-
wöhnlich in Naturalien; war es in Geld, so hieß es Zeins. Man unter-
schied 2 Arten von Abgaben: entweder ein bestimmter Prozentsatz des
Ertrages (das hatte den Vorteil für den Bauern, daß eine Mißernte
nicht bloß den Bauern, sondern auch den Herrn traf, gemäß dem Grund-
satz: “Wir wollen, so uns der Hagel schlägt, daß er auch unsern Herrn
schlug l”). Bisweilen waren es 1/3 oder sogar die Hälfte des Ertrages.
Die 2. Art der Abgabe war, daß man jährlich  die gleiche Menge ab-
liefern mußte. Diese letzte Art finden wir hier oft, vor allem bei
den kleineren Grundstücken.
       Die Gülte an den Grundherrn war aber nicht die einzige Belastung
des Hofes, so wenig wie heute der Pachtzins. Dazu kamen vor allem
noch die Leistungen an den Landesherrn. Steuern. Dienste und die
sogenannte “Schätzung” (= außerordentliche Abgaben). Ferner lastete
auf den Gütern noch der große Zehnte von Getreide und der kleine
Zehnte, der gewöhnlich dem Pfarrer als Besoldung zustand. Das blieb
so bis in die 40-iger Jahre des letzten Jahrhunderts, wo die Zehnten
schrittweise abgelöst wurden. Bis zu dieser Zeit gab es in unserer
Gemeinde noch die Zehntscheuer (später umgebautes Wohnhaus von Lorenz
Steimle neben der Pfarrscheuer). Mit der Auflösung der Allmende
zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen die meisten Felder in den Eigen-
besitz der Bauern.
       Als Stibalort stand Grünmettstetten unter der Verwaltung des
Spitals. Bis zum Jahre 1751 wurden die Spitalflecken von 2 Bürger-
meistern der Stadt und 2 Spitalpflegern verwaltet. Alle 2 Monate
hielten diese Vorgesetzten im Orte Amtstage ab, bei welchen über
Aufnahme und Entlassung von Bürgern verhandelt und Streitigkeiten
entschieden wurden. Mit dem Jahre 1751 gab es eine grundlegende
Änderung in dem Verwaltungsapparat. Bisher waren die Pfleger jährlich
neu gewählt worden. Von jetzt ab wurde als Aufsichtsbehörde für das
gesamte Stadtwesen und damit auch für den Spital die sogenannte
Deputation aufgestellt. Jedes Dorf stellte dazu 2 “Deputat!” (= Ab-
geordnete). Diese Bezeichnung findet sich oft in den Pfarrbüchern.

 Neben diesen Abgeordneten gab es noch die “Judices” (=Richter). eine
 Art Beisitzer beim sogenannten Dorf- und Vogtgericht (= Schöffen).
        In den einzelnen Spitalorten amtierte der Schultheiß, der vom
 Spital ernannt wurde. Als ältester Schultheiß ist in den Pfarrakten
 Caspar Wehelin (1559) genannt, der wohl als der gemeinsame Stamm-
 vater sämtlicher Wehle-Familien anzusehen ist (vgl. Familien-Geschichte)
 Nach den Protokollen scheint Macht und Recht des Schultheißen darauf
 beschränkt gewesen zu sein, über die  Ausführung der geltenden Ge-
 setze und Anordnungen zu wachen und Verfehlungen beim Spitalamt zur
 Anzeige zu bringen. Leider ist die Vogtgerichtsordnung für Grün-
 mettstetten nicht mehr vorhanden. Altheim besitzt noch eine aus der
 Mitte des 16. Jahrhunderts. Im Großen und Ganzen waren alle wohl
 gleich. Im folgenden soll nun einiges aus der Dorf Ordnung von einst
 skizziert werden.
        Die niedere Gerichtsbarkeit übte der Spital aus. Neben dem
 vom Spital bestellten Schultheißen gab es noch einen “Hatschier”
 (= Polizeidiener). Er war für alle 3 Orte Salzstetten. Altheim und
 Grünmettstetten zuständig und mußte auf die Bettler und auf sonstige
 verdächtige Personen sein Augenmerk richten. Seine Aufgabe war es
 auch, die Vorladungen zum Gericht und zu den Amtstagen zu machen.
 Als Jahreslohn erhielt der Hatschier 60 fl.,von denen Grünemettstetten
 15 fl aufzubringen hatte. Alle 3 Jahre wurde das Dorfgericht oder
 Vogtgericht gehalten. Für einen solchen Anlaß mußten alle Bürger
 sich versammeln, denen dann die Dorf” oder Vogtordnung vorgelesen
wurde. Der Gerichtstag wurde mit Glockengeläut verkündet. Jeder Un-
 tertan war bei Strafe zum sofortigen Erscheinen verpflichtet. Wer
unerlaubt fernblieb, bezahlte 2 fl. Strafe.
        Ein ganz wichtiger Punkt war das Bürgerrecht. Wer sich “bürger-
 lich” (= als Bürger) im Dorfe niederlassen wollte, konnte das nur mit
Genehmigung des Spitals tun und mußte bei Annahme das sogenannte
Bürgergeld zahlen, sowohl an den Spital wie auch an den Spitalort.
 Im Grünmettstetter Fleckenbuch  vom Jahre 1756 (Rathausregistratur)
steht darüber zu lesen; “Anno 1717 ist von der löblichen Gemeind
beschlossen worden, daß ein jeder Ausländische (= Auswärtige), der
sich hereinverheiraten will, so zahlt er nit weniger als 100 fl.
Bürgergeld und einem jeden Bürger l Maß Wein und 2 kr. Brot und
einen Feuereimer. Wenn ein Weibsbild sich sollte hereinverheiraten,
so soll sie zum Bürgergeld geben 50 fl und einem jeden Bürger
1/2 Maß Wein und l kr. Brot.” Bei einer Gesamtzahl von ca. 50 Bürgern
verursachte der Bürgertrunk ein hübsches Loch im Geldsäckel des
Neubürgers. Zog ein Bürger aus dem Ort fort. so mußte er als Ab-
zugsgeld 10 % von seinem ganzen Vermögen bezahlen. Im Jahre 1755
z.B. bezahlte eine Braut mit 300 fl Vermögen, weil sie nach aus-
wärts heiratete, 30 fl. Diejenigen, die nicht Bürger waren, aber die
Erlaubnis erhielten, sich im Dorf aufzuhalten und zu wohnen, wurden
Beisassen (Beisäßer) oder Hintersassen genannt und bezahlten jähr-
lich eine bestimmte Summe als Beisaßgebühr (etwa l – 2 fl). In den
alten Familienregistern ist jeweils angegeben, ob Bürger oder Bei-
sasse. So war ein gewisser Stefan Reichert, Ziegier an der See-
straße, Hintersaß, ebenso der Zigeuner Sebastian Reinhard, der hier
am 20. Januar 1777 geboren und getauft wurde.
       All diese Verordnungen und Einrichtungen hatten den Zweck,
eine Verarmung der Einwohner zu verhindern. Die Nachteile, die sich
daraus ergaben, dürf
ten aber von den Vorteilen überboten worden sein.
Ja, selbst zum Heiraten war die Erlaubnis des Spitalamtes notwendig.
Es ist öfters vorgekommen, daß der Spital einen Strich durch die
Rechnung gemacht hat, wenn die Brautleute nicht ein bestimmtes Ver-
mögen vorweisen konnten. In den Akten heißt es wiederholt; “sie sol-
len solange warten, bis sie noch mehr erspart haben”. Zudem mußte
ein vollständiges Verzeichnis des Heiratsgutes vorgelegt werden.
       Es folgt nun ein solcher Nachweis des Heiratsgutes (aufbewahrt
in der Registratur des Rathauses) vom 9. Febr. 1808 für die Brautleute
Josef Jung und Legata Steimle:

      Josef Jung, neu angehenden Bürgers und Bauern dahier u. seines
 Eheweibs Legata Steimle, des Josef Steimle Bürger u. Bauers dahier
 eheliche Tochter, zusammengebrachtes Vermögen.
 Des Manns Beibringen besteht in;
 l Haus mit Schildwirth-gerechtigkeit(gemeint das Haus von Monika
 Wehle) nebst Scheuer Gärten, Acker usw., l angeschirrtes Pferd,
 l zweispänniger Wagen samt Geschirr. Eggen, Pflug, 2 Kuh samt einem
 Kalb. l Dunggabel, l Heugabel, l Axt. l Beil usw.. die Hälfte an
 der aldseeg, 2 Pflegel, 3 Sieb, l Wann, 2 Rechen. 2 Sensen, l Trog,
 l ganzer Bettüberzug, 4 Fruchtsäck, l Waschgölt, l Kessel, l Pfann,
 Gesamtwert 1600 fl. Hievon geht ab als Heiratsgut 500 fl. die übrig
 Summe ist den Eltern hinauszubezahlen.
 Bargeld: 166 fl. An aigenen Mannskleidern: l dunkelblauer Rock,
 l paar led. Hosen, l Hut, 6 Hemdter, l Brusttuch, l seid. Halsschal,
 6 P. Strümpfe, l P. Schuhe: Summarum Manns Allati: 683 fl 40 kr.
 Des Weibs Allatum besteht in;
 baar Geld 800 fl., an Weibskleider: l schwarzer Zeug-Rock, l blauer
 Rock, 2 Hauben, l Hemt, l P. Schuhe, l P. Ärmel, l Brust, l Flor.
 l P. Strumpf. 5 Röcke, 4 Schürze, 2 P. Ärmel, 3 Goller, 2 Brüsten,
 5 Hemter, an Bettzeug usw. ….
 Summarum Weibs Allati: 939 fl 53 kr.
 Summarum beider Eheleuten Beibringen: 1623 fl 33 kr.
 Als Inventarrichter unterzeichnen: Antoni Schäfer. Schultheiß.
 Martin Lutz und Josef Walz. die Braut unterzeichnet mit den bekannten
 3 Kreuzen (schreibunkundig!). Für dieses Inventar mußte bezahlt werden:
 dem Ratschreiber l 1/2 Tag und Material 3 fl 37 kr, dem Schultheiß
 30 kr, den beiden anderen Beisitzern je 24 kr und dem Schütz 12 kr,
 insgesamt 5 fl 35 kr. (Dieser junge Ehemann war also gut situiert,
war also nicht auf den “Hochzeitsbettel” angewiesen wie die, die durch
 ihre Hochzeitsschenke das verlangte Minimum an Vermögen zusammen-
bringen mußten).
      Auch die Ausübung eines Handwerks, besonders des Wirtschafts-
betriebes, unterlag der Erlaubnis des Spitals. Wie scharf gegen einen
Verstoß der “Gewerbeordnung” vorgegangen wurde, zeigt eine kleine
Episode aus der Zeit der Einquartierung im Jahre 1720; im Februar
dieses Jahres hatte Peter Dettling von Grünmettstetten bei dem
letzten Harrach-isehen Durchmarsch in “loco Mettstetten” ein Cegel
Wein unter die mit Soldaten sehr belegten Bürger mäßweise für Geld
ausgezapft, aber kein Umqeld (= Umsatz- und Getränkesteuer) bezahlt.
Dafür strafte ihn das kaiserliche Amt in Horb mit 2 fl. Dagegen ward
im Namen des Spitals als Exekutors der niederen Gerichtsbarkeit pro-
testiert: der Spital sei Vogtherr und habe zu strafen, der Bauer sei
arm, unschuldig und habe nur gezwungen ausgeholfen, die gnädige Herr-
schaft habe erst seit 30 Jahren das Recht an sich gezogen, während
des 30-jährigen Krieges sei so etwas überall vorgekommen und alles
frei gelassen worden. Wenn der Bauer überhaupt strafbar sei, so gehöre
die Strafe dem Spital als Vogtherr, dieser hoffe, das Umgeld wieder
zu erlangen. Hierüber bitte der Spital um ein rechtliches Gutachten
in Tübingen bei Konsul Schickart. Ritterschaftlicher Syndikus und bei
der Juristenfakultät (nebenbei sei bemerkt, daß das Gutachten nur (!)
17 fl 10 kr kostete). (Vgl. Holl: Geschichtliche Notizen).
     Nicht selten gab es auch Streit und Händel mit den Nachbar-
gemeinden, vor allem wegen der Weide und der Wege. So kam es am
14. Jan. 1500 zu einem Vergleich zwischen Grünmettstetten und den
Gemeinden Tumlingen und Herrschweiler in Betreff der Zufahrt und des
Viehtriebs. Es wurden 15 Steine gesetzt. Auch mit Bittelbronn gab es
Streitigkeiten wegen “Weide. Trieb und Trab”, die dann am Montag nach
Trinitatis des Jahres 1598 beigelegt wurden. Der Vergleich wurde getätigt
durch Hans Veit von Wernau (für Bittelbronn) und Bürgermeister Martin
Volz und Hans Adam Lindacher, Spitalpfleger in Horb (für Grünmettstetten).
Aus dieser Urkunde ist ersichtlich, daß der Schultheiß des Dorfes eine
nur ganz untergeordnete Stellung einnahm und die Gemeinde nicht zu
vertreten hatte.

Solches war die Aufgabe und das Recht der Spitalpfleger bzw. des
Horber Magistrats. Und diese Herren schauten schon darauf, daß immer
Ordnung und Sitte herrschten. Wer was verbrochen hatte, der wurde
verknaxt. Meist waren es Geldstrafen, das sogenannte”Frevelgeld”,
doch waren auch die Freiheitsstrafen nicht selten. Man kam in den
“Turm” (= Gefängnis) oder ins Narrenhäusle (= Arrest), oder man wurde
zu Schanzarbeiten verurteilt; bisweilen gab es auch körperliche
Züchtigung. Bei Sittlichkeitsdelikten mußten vielfach die Verurteilten
unter die Kirchentür stehen, die Mädchen und Frauen mit einem strohernen
Kranz, die Männer mit einem strohernen Degen (als Zeichen ihrer “Rit-
terlichkeit”). Andere mußten wegen gleicher Vergehen verschiedene
Sonntags mit diesen Insignien vor dem Altar stehen. Pfarrer Döser hat
in seiner “Geschichte des Horber Spitals” eine Reihe von Bestrafungen
angeführt, die zum Teil hier in Grünmettstetten, zum Teil in den ändern
Spitalorten verhängt wurden. So wurden die ledigen Burschen von Grün-
mettstetten wegen unerlaubten Tanzens zu 3 fl verurteilt, dazu der
Schultheiß, weil er ohne Wissen der Obrigkeit das Spielen erlaubt
hatte, mit l Pfd 38 kr bestraft. Ein anderer mußte 1680 2 fl Strafe
zahlen, weil er den Schultheißen “gedauzt” hatte. Woanders wurde
1770 eine Frauensperson wegen wiederholter Unzucht zu 3-maligem
Stehen unter der Kirchentüre mit einem Strohkranz auf dem Kopfe und
zu 3-jähriger Verweisung aus dem Herrschaftsgebiet verurteilt. Im
Jahre 1778 mußten wegen Ehebruchs ein Mann und eine Frau 3 Sonntage
lang mit schwarzen brennenden Kerzen vor der Kirchtüre stehen mit
einem Schild folgenden Inhalts: “Mir zu Schand, ändern zur Warnung”.
Wegen leichtsinnigen Benehmens mußten einige Mädchen und Frauen
für 2 Tage ins Narrenhäusle. Diese paar Beispiele mögen genügen.
Sie beweisen, daß man vor 200 Jahren noch nicht so “human” war wie
heute.
     Wie schon früher kurz bemerkt, waren die Bauern zu verschiedenen
Steuern und Abgaben verpflichtet. Die Besitzer von Gütern mit Haus
und Hof bezahlten an den Spital eine Steuer in Geld. Nach dem Lager-
buch von 1768 betrug sie für Grünmettstetten 1-2 1/2 fl für den
einzelnen. Ferner war zu reichen von jedem Rauch (Feuerstelle)
jährlich 2 Viertel Vogt- oder Rauchhaber. Diese Abgabe sollte vor
allem Ausdruck ihrer Abhängigkeit und Anerkennung der Gerichtsbarkeit
sein, ähnlich der jährlich abzuliefernden Fastnachts- und Grashühner.
In einer Urkunde von 1614 heißt es: “Es werden von einer Hofstatt
auf die Fastnacht eine Henne und auf  den Herbst ein Grashühnlein
Vogtrecht gegeben.” In der Überschrift wird diese Abgabe als die
“Spitalische Ehegemächt” bezeichnet. Im “Heller-Zinsbuch” von anno
1666, das sich im Spitalarchiv befindet, mußten insgesamt 35 Fast-
nachtshennen und 37
Grashühnlein abgeliefert werden. Die Pflichtigen
waren: Martin Steimle, Hans Daiber, Hans Merkt, Hans Weil bei dem
Bronnen, Oswald Scharpff, Martin Schlotter, Stoffel Ruef, Jakob
Kreidler, Martin Fritz, Stoffel u. Jakob Dettling. Hans Kaupp, Hans
Eystetter Altschultheiß. Jakob Walz Küfer, Hans Steimblin, Jakob u.
Hans Kaupp, Hans Schlotter, Martin Schlotter Schmid, Jakob Schorpp
Beck, Jakob Merkt, Hans Klein, Jakob Vogel Taglöhner. Caspar Hetzen,
Jakob Ruof, Hans Jung, Mattheis Raiber Zimmennann, Wwe. Jakob Kaupp,
Stoffel Kaupp, Hans Wehelin der Schaufler. Bei Peter Wehle Schultheiß
ist bemerkt: “Ist davon amtswegen befreit”.
      Auch Frondienste für den Spital waren zu leisten (z.B. Fuhren
für den Spital, Beihilfe in Heuet u. Ernte), die Holzfron war sehr
häufig. In einem Bericht von 1750 wird im Hinblick auf die Fron gesagt,
“sie sei keine Fron im eigentlichen Sinn gewesen, weil die Untertanen
volle Kost nebst Brot und Wein erhalten, zudem jeder im Herbst und
Öhrndet täglich 8 kr und die Habermähder 18 kr erhalten, die ganze
Last sei. daß sie, wenn sie zur Fron geboten werden, eben ihre eigene
Arbeit hintanlegen müssen”.
      Familiengeschichtlich ist obige Aufzählung interessant. Zu
dieser Zeit gab es hier weder Schäfer- noch Saier-familien.

  In der Registratur auf dem Grünmettstetter Rathaus befindet sich
eine “Feldbeschreibung über den Flecken Grönemststäten. so im
Anno 1718 durch den Fürstl. Königl. Feldtmesser Mathias Thanner
abgemessen und volgender gestalten beschrieben worden”. In dieser
Schrift sind die Bürger nach der Größe ihres Besitzes aufgeführt.
So mußte als Nummer l Peter Wehle. Schultheiß, mit seinen 79 Jauchert
Feld an Gült geben: jährlich 12 Mälterle Veesen. 4 Mälterle Roggen,
9 Mälterle Haber und an Zins: l fl 14 bz l kr.
Der Großzehnte von Grünmettstetten teilte sich auf:
1/4 die Kellerey Freudenstadt (= Herzog von Württemberg), 1/4 Baron
von Landsee, 1/4 die Kommende von Rexingen, je 1/8 Baron von
Stauffenberg zu Baisingen und das Gotteshausspital zu Horb, nach
1806 erhielt die Königl. KameralVerwaltung Horb 6/8, Stauffenberg
und Spital je 1/8.

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