§ 17 Von Verbrechen und ändern schrecklichen Taten

§ 17 Von Verbrechen und ändern schrecklichen Taten
Es wäre schön, könnte man bei diesem Abschnitt “Fehlanzeige” mel-
den. Doch es wird so sein und bleiben, daß mitten unter dem Weizen
auch das Unkraut sich behauptet. Wenn grausame und schreckliche
Taten geschehen sind. dann dürfen wir nicht den Stab über jene
brechen, die auf falsche Wege geraten und schwere Schuld auf sich
geladen haben.
Selbstmord verübt hat am 30. Jan. 1836 Karl B. von hier. Er
war als 34-jähriger straffällig geworden und erhängte sich im
Horber Gefängnis. Ein zweiter. Andreas K. endete auf die gleiche
Weise am 23. Okt. 1877 im Gefängnis zu Freudenstadt. Josef K., der
im Oberland in Diensten stand, hat sich dort in der Nacht vom
16./17. März 1871 ebenfalls durch den Strick das Leben genommen.
Einige haben in geistesgestörtem Zustand ihrem Leben eine Ende
gemacht. Am 3. Okt. 1860 hat sich die 22-jährige Josefine K., nach-
dem sie ihr Kind getötet, selbst erhängt, als sie merkte, daß eine
gerichtliche Kommission zum Ort hereinfuhr, um das vermutliche Ver-
brechen des Kindsmordes zu untersuchen. Ihr Leichnam kam auf die
Anatomie nach Tübingen. Vor fast 200 Jahren berichtet Pfarrer Stein-
wand von einer grausigen Mordtat in Grünmettstetten:”Anno 1775 hat
Maria Magdalena Singerin, ledigen Standes, gebürtig aus Diessen
fürstlich Murischer Herrschaft, eine Dienstmagd bei Johann Dettling,
Annahannis genannt (Anmerkung des Verfassers: dessen Sohn als Sol-
dat 1793 in Ungarn ertrank), den 16. August abends um 4 Uhr ohne
Beysein eines anderen Menschen ein Knäblein zur Welt geboren ., das
sie von Mattheus Dettling, ebenmäßig ledigen Stands, des Michel
Dettling, sonst Schulzenmichele genannt, Sohn empfangen, welches
nachhero abends um 8 Uhr bei ihr tot ohne hl. Taufe unter dem Bett
in einem alten Hemeth eingewickleth gefunden worden….”
Im Jahre 1903 wurde der Schreiner und Gemeinderat Kilian
Dettling das Opfer einer gemeinen Tat. Pfarrer Aicher berichtet
darüber wie folgt: “Am Passionssonntag, den 29. März, kam ein
frecher junger Schäfer mit seiner Herde von Altheim her und weidete
die Wiesen vor dem Ort ab. Der von Gündringen heimkehrende Gemeinderat

und Schreiner Kilian Dettling meldete es dem Schultheißenamt.
Dieser ging mit mehreren Männern hinaus und forderte den frechen
Jungen auf. seine Papiere vorzuweisen. Auf die freche Antwort hin
ließ der Schultheiß das Bürschlein verhaften, dabei war auch Dettling
beteiligt und unterstützte den Polizeidiener. Auf einmal zog der
Lausbube seinen Revolver und traf Dettling mitten ins Herz, sodaß er
zusammenbrach und sofort tot war. Der Täter floh davon. Am ändern
Morgen klopfte er bei Bahnwärter Balthasar Zimmermann am See und
begehrte einen Kaffee. Während er aß, faßte ihn Zimmermann und nahm
ihm, mit der Axt drohend, den Revolver ab, und nun wurde er gebunden
ins Ort geführt und dabei “windelweich” geschlagen. Bei der Verhand-
lung vor dem Schwurgericht Rottweil erhielt er 11 Jahre Zuchthaus:
eine verdiente Strafe. Den Hinterbliebenen gewährten Gemeinde- und
Staatskasse je eine einmalige Entschädigung von 1.000.– Mark.
Als Letztes und Neuestes sei der Tod des Martin Steimle zu Be-
ginn des Jahres 1964 genannt. Martin St., der an (epileptischen?)
Anfällen und Depressionen litt und seit dem Tode seiner Mutter allein
im Hause wohnte, fuhr am Abend des Dreikönigstages 1964 mit seinem
Moped von zuhause fort und legte sich in der Nähe von Egelstal-Horb
auf die Schienen. Am ändern Morgen wurde die Leiche entdeckt. Das
kirchliche Begräbnis wurde dem Toten gewährt.

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