§ 1 Grünmettstetten – seine Lage und Größe

§ 1 Grünmettstetten – seine Lage und Größe
Grünmettstetten liegt 7 km westlich der Kreisstadt Horb, 1 km
abseits der Landstraße nach Freudenstadt, eingebettet in das
junge Steinachtal. Der Ort liegt selbst 576 m überm Meeresspiegel.
reicht im Bereich der Markung fast an die 700 m-Grenze. Die Bahn-
station Altheim-Rexingen ist 2 km entfernt.
      Die Gemeinde zählt heute rund 600 Einwohner; davon sind 550
katholisch und 45 evangelisch, die sich vor allem aus Heimatvertrie-
benen rekrutieren. Die Katholiken bilden mit Bittelbronn zusammen
eine Pfarrei, während die Protestanten zur evangelischen Gemeinde
Horb zählen.
     Die Markungsflache umfaßt 751 ha; davon sind 152 ha Gemeinde-
wald, 19,2 ha Privatwald und 16,4 ha gehören der kath. Hospital-
Verwaltung Horb. Trotz dieser verhältnismäßig großen Waldflächen
ist Grünmettstetten eine Gemeinde mit vorwiegend landwirtschaft-
lichem Charakter. Seine rund 120 landwirtschaftlichen Betriebe haben
eine durchschnittliche Größe von 4-5 ha, der größte umfaßt über 14 ha,
3 weitere haben über 10 ha. 4 über 8 ha und 8 Landwirte bewirtschaften
zwischen 6 und 8 ha. Dazu kommen noch ungefähr 10 Kleinbetriebe, die
unter 0,5 ha bewirtschaften, jedoch von Jahr zu Jahr zurückgehen.
Ein Großteil der Landwirte geht einem zweiten Berufe nach und
betreibt die kleine Landwirtschaft nur nebenbei. An Stelle der
Pferde (um 1900 waren es noch über 80) sind heute die Traktoren
getreten. Ein Pferde-, Ochsen- oder Kuhgespann ist kein alltäg-
licher Anblick mehr. Zur Zeit laufen ca. 60 Traktoren in der Gemeinde.
Auch die Zahl der Personenkraftwagen hat jetzt diese Höhe erreicht.
Seit 1961 steht der erste Aussiedlerhof im Gewand “Zollhäusle”;
Besitzer ist Bürgermeister Anton Jung.
     Da im Ort wie in der näheren Umgebung die Industrie fehlt, so
sind die Nicht-Landwirte darauf angewiesen, sich außerhalb des Ortes
und des Kreises ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Zur Zeit pendeln
60-70 Arbeiter und Arbeiterinnen täglich zu ihren auswärtigen Ar-
beitsplätzen nach Weil i. Schönbuch, Dornstetten, Schopfloch, Horb,
Sindelfingen, Freudenstadt, Stuttgart, Lützenhardt, Salzstetten,
Tumlingen und Rottenburg. Seit Frühjahr 1961 hat ein auswärtiger
Industriebetrieb der Textilbranche hier im “Hirsch” einen Filial-
betrieb eröffnet, in dem ca. 25 Frauen und Mädchen Arbeit gefunden
haben.
     An gewerblichen Betrieben gibt es in Grünmettstetten heute
je einen Schreiner, Schmid, Schneider, Gipser, Elektriker. Maurer
und Metzger, ferner 2 Maler. Im Dorf befinden sich weitere 3 Gast-
häuser und dazu in der Parzelle Seehaus 2 Gasthäuser mit Fremden-
pension. Auf halbem Weg nach Altheim befindet sich ein Sägwerk;
das dazugehörige Wohnhaus gehört aber schon zur Altheimer Markung.
Im Gemeindehaus ist ein kleinerer Textilwarenbetrieb.
     In der Dorfmitte steht das Rathaus, im Jahre 1789 als Schul-
haus erbaut. Im Erdgeschoß befindet sich die Gemeindebackküche mit
elektrischem Backofen. Auch die Pfarrkirche liegt im Zentrum des
Dorfes, vor rund 200 Jahren erbaut und dem hl. Konrad geweiht. Gegen-
über dem Pfarrhaus wurde 1834 das zweite Schulhaus gebaut, das
3 Säle besitzt, jetzt aber zu klein geworden ist und in Bälde vom
neuen Schulhaus, das 1964 eingeweiht wird, abgelöst wird. Am Ende des
Dorfes steht das Schwesternhaus mit Kindergarten, 1922/23 erbaut.
Gegenüber wurde 1952 ein modernes Gemeindehaus mit Waschanlage,
Mosterei, Bad und Gefrieranlage erstellt.
     Wenn auch etwas von der Staatsstraße Horb-Freudenstadt abgelegen,
führt doch ein reger Verkehr durchs Dorf, vor allem in Richtung
Altheim, Tumlingen und Bittelbronn – Freudenstadt.
Quelle: Hermann Schneider, Heimatbuch, Nachdruck von 1997
gescannt: Marc Kreidler, 25.8.2004
Korrektur gelesen: Marc Kreidler, 9.1.2005 

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